Materialien – Bra-Sew-Along

Hallo meine Lieben,

die Vielfalt und Eigenartigkeit der für Unterwäsche benötigten Materialien sind das, was mich als Teenager sagen ließ, das könne man nicht selber nähen. Sie sind auch das, was mich noch vor einiger Zeit sagen ließ, das sei zu viel Aufwand. Man wächst mit den Aufgaben. Und vor Allem: Ist erstmal ein Schritt getan, hat man sich erstmal hineingedacht und ausprobiert, wird es einfacher. Die Stoffe kann man bester einschätzen, die verschiedenen Gummibänder auch, auf Halt, Dehnbarkeit. Trotzdem gibt es noch viel zu entdecken.

Als erstes möchte ich noch einen Isabell-BeHa von Sewy nähen. Er soll grün und weiß werden.

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Von oben nach unten in weiß: Zierlitze, Unterbrustband, Bügelband und Trägerband, weiterhin drei Schleifen: Da weiß ich noch nicht, welche es werden soll. In grün ist der Oberstoff, ein Strukturjersey (von hier), Powernet und der Verschluss. Nicht auf dem Bild ist noch der stabilisierende Tüll für den Rahmen. Dieser wird weiß. Außer in weiß, hautfarben und schwarz habe ich den noch nicht gesehen.

Falls die Zeit noch reichen wird, werde ich noch einen Shelley nähen. Der Schnitt und auch das Material muss noch bestellt werden.

Bestandsanalyse

Ein Kauf-BeHa als research-Grundlage brachte noch einige Aspekte zu Tage:

  • unterschiedlicher Schnitt bei Futter und Oberstoff: Das Untercup des Futters besteht aus zwei Teilen, der Oberstoff hat allerdings keine Naht. Die Form gibt das Futter vor und da die Rundung nicht zu stark ist, kann der elastische Oberstoff sich drüberschmiegen.

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  • Tüll in den seitlichen Cups: Der unelastische Tüll, der im Rahmen verarbeitet ist (rechtes Bild), findet sich auch im seitlichen Cup, allerdings um 90 Grad gedreht. Wenn also die Richtung mit weniger Dehnbarkeit (Der Tüll ist eigentlich unelastisch, aber ein klein wenig gibt er nach.) horizontal im Rahmen ist, so ist sie vertikal im seitlichen Cup.

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  • Unterbrustband und oberer Abschluss hinten und seitlich sind identisch. Das Unterbrustband ist relativ schmal, nur 1,0 cm.

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  • Die Cup-Naht, mit der die Spitze im Obercup mit dem Untercup verbunden ist ist mit einem Band übernäht. Das Band scheint mir eine Art Tüll-Material, vielleicht Nylon, zu sein. Ich habe es aber noch nicht zu kaufen gesehen. Wenn da jemand Tipps oder Ideen hat, wäre ich dankbar.

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Soweit nun mein Ausflug in die Welt der verschiedenen Materialien. Weitere Anregungen und Möglichkeiten finden sich bei den anderen Teilnehmerinnen.

Bis bald wieder.

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Inspiration und Planung – Bra-Sew-Along

Hallo meine Lieben,

urlaubsbedingt etwas spät dran nehme ich noch am Sew-Along teil, dankenswerterweise von Julia veranstaltet.

Das Thema Unterwäsche selber nähen beschäftigt mich noch nicht so lange, dafür umso intensiver. Die Dessous-Näh-Sucht hat nun auch mich erwischt. Ich sortiere mich mal:

Was habe ich schon genäht?

Genäht habe ich bislang einen Schnitt genäht, Isabell von sewy. Insgesamt sind es bisher vier Versuche gewesen (einer noch unverbloggt) und mit dem zwischenzeitlich angesehenen Craftsy-Kurs sollte es noch einer werden, da ich noch eine Schnittänderung ausprobieren möchte. Versuch klingt dabei negativer als es ist. Ich nähere mich einfach immer mehr der Passform an, die mir gefällt, wobei alle vier schon komplett tragbar sind. Das Gleiche gilt für die Verarbeitungsqualität.

Welche BHs gefallen mir?

Besonders spannend finde ich Farbkombinationen, gerne auch ungewöhnliche. Sie dürfen durchaus auch mit Spitze ein, die solche Farbakzente schon vorwegnimmt oder erahnen lässt. Insgesamt habe ich beim Bloglesen sehr interessante Arten, Spitze einzusetzen entdeckt. Eine schöner als die andere. Bezüglich der Form finde ich auch vertikale Nähte schön. Ich weiß aber tatsächlich nicht, wieviel Halt so entsteht. Irgendwie schwirrt mir im Kopf herum, gelesen zu haben, die seien vor allem für kleinere Größen gut.

Was trage ich gerne?

Diese Frage ist leichter zu beantworten als die vorhergehende und führt durchaus auch zum Widerspruch zur vorherigen Antwort. Das ist wie bei anderer Kleidung. Es gibt so tolle Stoffe, Muster und Farben. Allerdings muss die Kleidung daraus dann auch angezogen werden wollen.

Ich mache mir normalerweise am liebsten keine Gedanken über Unterwäsche. Insbesondere nicht in Bezug zur Oberwäsche. Deswegen trage ich gerne hautfarbene oder schwarze Unterwäsche. Spitze ist schön, aber muss nicht sein. Nahtlose Verarbeitung hilft bei Shirts. Ein bisschen langweilig, aber gut, weil praktisch.

Welche Schnittmuster gibt es?

Da bin ich noch auf Entdeckungstour (Die viel größere Auswahl findet sich bei den anderen Teilnehmern.) Bei sewy gibt es einige und Beverly Johnson, die den craftsy-Kurs gemacht hat, hat auch eine ganze Menge entwickelt.

Welche Blogs und Internetseiten kenne ich zu diesem Thema und besuche ich gerne?

Auch da bietet die Auswahl bei den anderen Teilnehmerinnen mehr Inspiration. Ich kenne die wundervolle Seite von LaMona, die ebenfalls am Sew-Along teilnimmt. Auch die Schnittbesprechnung von mema fand ich ganz toll. Bei Sewaholic finden sich schöne Sets.

Was möchte ich gerne nähen?

Ich möchte zwei BeHas nähen. Zum Einen die nächste Variante von Isabell. Hierzu ist vieles klar. Die Schnittanpassung habe ich gemacht. Ich muss mir nur Gedanken über Farben und noch bessere Verarbeitung machen. Mit dem werde ich jedenfalls anfangen.

Zum Anderen möchte ich einen der Beverly Johnson – Schnitte nähen. Entweder den Shelley oder einen der nahtlosen mit vorgeformten Cups (hier und hier). Das muss ich mir noch genauer ansehen, bevor ich mich entscheide.

Zur weiteren Inspiration bin ich dann mal bei den anderen Teilnehmerinnen unterwegs.

Bis bald wieder.

edit 28. September 2015: Linkfehler ausgebessert

Zwei Seiten des Nähens

Hallo meine Lieben,

in den letzten Tagen ging eine Diskussion durch die Nähnerdblogwelt (siehe unter anderm bei Frau Crafteln, Julia von sewinggalaxy, nochmals Frau CraftelnMichou, …). Nähe ich, was ich gut gebrauchen kann oder worauf ich gerade Lust habe, von Mamamachtsachen auch als Kopf- und Herznähen bezeichnet. Dabei kamen viele interessante Fragen auf. Wie finde ich meinen Stil? Wie beständig ist er? Wie gehe ich mit Kleiderordnungen um? Wieso nähe ich den gleichen Schnitt wiederholt? Welche Kleidung passt in meine Welt? Wie gestalte ich mir diese Welt?

Und weitere Fragen drängen sich mir in den Sinn? Was ist denn Nähen? Was ist für mich Nähen? Und damit: Was ist das Ziel meines Nähens, wenn es denn ein solches gibt?

Für mich bietet Nähen als eine kreativ handwerkliche Tätigkeit einen wunderbaren Ausgleich zu meinem kreativ intellektuellem Beruf. Zu diesem Zweck würden sich auch andere Dinge eignen. Nähen besitzt an dieser Stelle für mich kein Alleinstellungsmerkmal.

Andererseits habe ich in meiner Schulzeit sehr gezielt zu Nähen begonnen. Ich wollte Kleidung haben, die anders war, die mir entsprach, und mit der ich mich dem Marken- und Stildiktat auf elegante Weise entziehen konnte. Von Anfang hatte ich damit ein Ziel; zu Nähen war ein Mittel zum Zweck. Erst auf dem Weg kam die Lust an der Schönheit dazu, der Schönheit perfekt gesteppter Nähte, streichelzarter Stoffe oder eines traumhaften Sitzes der Kleidung. Das Nähen entwickelte einen Zweck an sich. Ich wollte mit jedem Projekt dazulernen und mich dieser Schönheit annähern.

Das sind für mich zwei sehr unterschiedliche Dinge. Zum Einen die Beschaffung von Kleidung, die meinem Stil und meinen Wünschen entspricht. Zum Anderen die Tätigkeit an sich. Nebenbedingungen, wie zum Beispiel Finanzen mal außen vor gelassen, könnte ich meine Kleidung auch herstellen lassen. Wenn es nur darum ginge, genau die Kleidung zu haben, die ich jetzt nähe, könnte ich sie statt sie selbst zu nähen auch nähen lassen. Trotzdem würde mir etwas fehlen, der Prozess. Die Tätigkeit als Hobby wäre verschwunden.

Als ich mich diesem Hobby anfing, habe ich mich mit jedem Projekt gesteigert. Jedes Projekt bot eine neue Herauforderung. Die Details oder Verarbeitungsschritte, die neu hinzukamen, wurden mit der Zeit subtiler oder die Projekte aufwendiger. Ich denke, diese Idee der steten Herausforderung steckt auch hinter den ‚French Jacket‘ (aufwendige Verarbeitung), Bademoden (neues Material), Vintage (Authentizität) oder Unterwäsche (Spezialmaterialien)-Strömungen.

Diese Lust der steten Verbesserung seiner Fähigkeiten sehe ich in vielen Hobbies, sei es Briefmarken Sammeln, Golf Spielen oder Tauben Züchten. Indem man sich immer wieder neue Ziele setzt, vermeidet man die Langeweile. Indem man sich selbst die Ziele setzt, kann man Leistungsdruck entgehen. Das Nähen besitzt neben der Hobby-Eigenschaft noch den produktiven Nebeneffekt tragbarer Kleidung. Das Zusammenspiel dieser beiden Aspekte, des Prozesses wie auch des Resultats, ihre mit jedem Projekt neu justierte Beziehung, führt manchmal zu Phasen, manchmal zu Einzelstücken, manchmal zu ganz neuen Nähthemen. Das dritte graue Shirt ist vielleicht langweilig, das elfte Cocktailkleid vielleicht ungenutzt und Pariser Designermode bildet vielleicht nicht die ganze Persönlichkeit ab.

Bis bald wieder.