Finale – Bra Sew-Along

Hallo meine Lieben,

dem heutigen Finale möchte ich den Untertitel mit gemischten Gefühlen geben. Mit Isabell von sewy habe ich angefangen. Den Schnitt hatte ich schon vernäht und in mehreren Runden angepasst. Mit dem Ergebnis bin ich überglücklich, so darf der Schnitt vorerst bleiben, hier nochmal:

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Aber ich wollte mehr, ich wollte etwas Neues, ich wollte Abwechslung. Die habe ich, auch wenn anders als erwartet. Ich flog zu hoch. Der Shelley, den ich als zweiten in Angriff nahm, passt nicht.

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Ich habe ihn genau nach Anleitung genäht und vor allem ausgemessen. Neue Schnittfirma, neues Material, da kam noch keine Erfahrung ins Spiel. Ich war auch nicht am oberen Ende der Größe, trotzdem ist er zu klein. Leider. Das Band ist richtig zu kurz. (Machst du bitte zu? – Du sagst Bescheid bevor du stirbst.) Das Körbchen ist etwas zu klein, das kann aber auch daran liegen, dass durch das kurze Band das Körbchen seitlich gezogen und damit flacher wird. Er liegt also in die Ecke gepfeffert. Die Idee ist, ein Verlängerungsstück für das Band zu machen und dann nochmal zu evaluieren, aber ich brauche da erst einmal eine Pause.

Auf jeden Fall war es interessant mit dem festen Duoplex-Material zu arbeiten. Das Nähen war sowohl leichter (nichts flutscht unbeabsichtigt weg) als auch schwerer (es lässt sich an engen Stellen nicht in Form ziehen). Von dem Duoplex wie auch dem Powernet ist noch genug für einen zweiten Versuch da. Die Gummibänder muss ich neu kaufen. Das kann ich dann zusammen mit dem Material für das Verlängerungsstück machen.

Und weil das so frustrierend war, habe ich noch etwas weiteres ausprobiert. Wieder wollte ich Neues und Abwechslung. Aber diesmal flog ich nicht ganz so hoch, konstant blieb die Quelle. Ich habe mich an einem neuen sewy-Schnitt probiert, Rebecca. Allerdings habe ich das Schnittmuster gleich etwas geändert, und zwar ganz nach dem Motto Gleicher Hersteller – gleiche Passform genau die Änderungen ausgeführt wie bei Isabell.

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Zum ersten Mal habe ich Spitze für die ganzen Körbchen verwendet. Oben ist nur Spitze, aber unten und an der Seite ist die Spitze mit dem dunkleren der Oberstoffe gedoppelt. Zusätzlich sind diese Teile mit Powernet gefüttert. Es ist dünner als es sich anhört. Auch den Rahmen habe ich mit der Doppellage Oberstoff und Spitze verarbeitet. Mit dem Ergebnis bin ich hochzufrieden. Ich finde ihn sehr schön, sowohl an sich wie auch an mir. Als Material habe ich ein Komplettpaket genommen und da ist noch genug Stoff für weitere Ideen. Ein Thema, dem ich mich hier noch nicht gewidmet habe, ist Zubehör. Was ist für mich ein Set, welche Stücke möchte ich da zusammenstellen? Einige der Sew-Along Teilnehmerinnen haben da ganz tolle Sachen zu Wege gebracht. Was das angeht, so bin ich noch am Anfang.

Ganz besonders möchte ich mich bei Julia für die Organisation bedanken. Ohne sie und den Sew-Along hätte ich mich wohl nicht so gepusht. Jedes Mal etwas Neues auszuprobieren war mein Wunsch, seien es die Farbkombinationen, die Verarbeitungsschritte, die Schnittmuster. Es hat sich gelohnt. Ich merke, wie ich anfange, mich zu emanzipieren. Meine Erfahrung ist jetzt so weit gediehen, dass ich selbst entscheide, was ich machen will, und wie. Ich kann eigene Ideen einbringen, mich von den Vorgaben lösen. Das ist schon ein massiver Fortschritt zu dem Was sind das denn für Stoffe? Und wieso so viele? Und diese Gummibänder?-Verwundertsein. Auf den weiteren Weg, denn den wird es geben, bin ich gespannt. Ihr dürft es natürlich auch sein. Ich werde berichten.

Die Werke aller anderen Mitstreiterinnen können ebenfalls bei Julia gefunden werden. Sehr empfehlenswert.

Bis bald wieder.

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Planung – Vivienne Westwood Sew-Along 2

Hallo meine Lieben,

kleine Warnung zu Beginn: Es wird bilderlastig. Es, das ist das Planungstreffen zum Vivienne Westwood Sew-Along, das heute bei buntekleider die stattfindet und die Punkwütigen im Herzen zusammentrommelt. Von Plänen, Zeichnung und fertigen Teilen ist alles dabei.

Stoffberge und Schnittmusterhügel, Schnitte planen und verwerfen, Stoffe schon vorgewaschen? Dieses werde ich nähe dies und das und jenes auch noch.

Mein Hack der Sew-Along-Idee war, ein bestehendes Fast-Kleidungsstück herzunehmen, weiterzugestalten und zu ergänzen. Die Box wurde geöffnet, inspiziert, Zusatzstoff bestellt (leider noch nicht da), aber seht mal selbst:

Von oben lässt sich schon einiges an Inhalt erahnen. Ausgeschnittenen Schnittteile liegen obenauf in der ikea-Box:

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Diese sind mit Seidenorganza gedoppelt:

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Garn und zu quiltende Rosshaarstreifen sind auch dabei. Da war ja jemand organisiert. Ich stelle immer mehr in Frage, diese Box selbst zusammengestellt zu haben:

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Das obere Teil des Jäckchens ist bereits zusammengeheftet. Spannenderweise hat das Jäckchen Schulterprinzessnähte und soll einen vorderen Verschluss bekommen. Da hat oben erwähnter Jemand also massiv am Schnitt herumgespielt:

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Zum Vergleich, hier der Originalschnitt:

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Weiter auf Entdeckungstour: ein Rock, auch wieder zusammengeheftet, sonst nicht weiter verarbeitet:

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Und dann noch Reststoff, etwa 1,3 m:

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Was soll nun entstehen?

Das Jäckchen soll fertig werden. Dazu wurde ganz Westwood-like (sanft) karierter Seidenstoff bestellt, das Musterstück muss hier herhalten:

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Mit diesem wird auf jeden Fall das Schößchen gefüttert und ich möchte noch weitere Akzente setzen, muss es mir aber dann live überlegen. Letzteres gilt auf jeden Fall auch für den Rock. Es soll aber noch mehr. Zum Einen ist noch genügend Stoff für einen zweiten Rock da, diesmal verspielter. Zum Anderen ist die Seide dünn genug für eine Bluse. Entsprechend mehr wurde bestellt.

Die Inspirationsschnitte sind alle Burdaheften der letzten 3 – 4 Jahre entnommen.

Rockideen

Mit Godets und Falten könnte diese Gruppe überschrieben werden.

Rock 1 (113 aus 8/2007) ist spannend, weil er sowohl die rechte wie die linke Stoffseite zeigt. Die linke könnte dann wieder mit dem Seidenstoff besetzte sein. (Dass das Model die spannenden Details des Rocks verdeckt, könnte auf Probleme mit dem Schnitt hindeuten.)

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Rock 2 (139 aus 8/2010) hat einen interessanten Faltenwurf im vorderen Bereich.

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Rock 3 (113 aus 1/2011) mit einem kleinen Godet hinten.

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Rock 4 (31 aus 2/2011) mit einem extravaganteren Godet hinten und tatsächlich mehr Möglichkeit zu Kontraststoffeinsatz. (Wieso man einen schwarzen Rock vor fast schwarzem Hintergrund fotografiert, entzieht sich meiner Einsicht. Das Bild ist deswegen massiv aufgehellt.)

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Rock 5 (112 aus 8/2012) zieht das Godet-Thema vergrößert nach vorne. Das könnte beim Sitzen den innen angebrachten Kontraststoff hervorblitzen lassen.

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Rock 6 (107 aus 10/2012) bietet durch die Vorderfalten wieder ganz klaren Einsatz für die zwei Stoffe. Es könnte vorne aber etwas auftragen. Da müsste man genau überlegen, wie das zu nähen ist.

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Blusenideen

Bei den Blusen bestimmen Falten und Bindebänder die Ideen.

Bluse 1 (118 aus 5/2015) ist wie Rock 6 aufgebaut. Bei der Bluse habe ich allerdings keinen Kontraststoff zur Verfügung.

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Bluse 2 (139 aus 9/2009) ist mit Raglan sehr strukturiert und gleichzeitig doch verspielt.

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Bluse 3 (115 aus 5/2009) dazu als Kontrastprogramm, kurzärmelig und nur mit ein paar Fältchen.

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Bluse 4 (117 aus 7/2014) mit Bindeband und einer sehr klaren minimalen Schnittführung.

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Bluse 5 (114 aus 8/2009) ist ebenfalls sehr klar geschnitten, bietet aber Falten in der oberen Mitte.

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Bluse 6 (138 aus 10/2012) ist da ähnlich, jedoch mit eingesetzten langen Ärmeln.

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Ein kleiner Stoffberg und ein riesiges Schnittmustergebirge. Ein Stoff schon zugeschnitten, der andere noch gar nicht da. Ein Vorhaben der Extreme. Auf jeden Fall wird in der folgenden Reihenfolge gearbeitet. 1) Jäckchen und vorhandener Rock. 2) Diese als Inspiration für zweiten Rock. 3) Zusammen als Inspiration für die Bluse. Vorher möchte ich die einzelnen Schnitte gar nicht entscheiden.

Soweit der Plan. Mit dem Zusammennähen kann ich ja schon beginnen, solange ich auf den Stoff warte.

Bis bald wieder.

Edit 1.10.2015: Quellen hinzugefügt.

Winterjacken Sew-Along – Inspiration

Hallo meine Lieben,

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eine Winterjacke ist für mich ein Wintermantel. Nachdem meiner es gerade so durch den letzten Winter geschafft hatte, stand ein Neuer bereits im Februar auf der ToSew-List. Damit er da nicht kommenden Februar immer noch steht, bin ich Karin und Lucy sehr dankbar, dass der Winterjacken-Sew-Along jetzt etwas Struktur in den Prozess Plan zu Mantel bringt.

Schnittideen habe ich einige, was besser ist als keine, aber schlechter als eine. Denn mehr als einen Mantel würde ich ganz sicher nicht schaffen. Da wäre die Gruppe Kurzmantel mit zwei Marfy-Schnitten:

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Gerade geschnitten, spannend finde ich da den Ärmelabschluss.

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Oversized mit überschnittenen Schultern, interessant auch die Rundung.

Beide finde ich auf ihre Art reizvoll.

Die Kategorie Dramatik bietet von klassisch langem Mantel bis zu Bademantel-wird-Wintermantel folgendes (zweimal Marfy, einmal Knip 9/2015):

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Groß, lang, weit, da kann der kalte Wind pfeifen, was er will.

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Andere Ärmelform und Kragen, sonst nicht unähnlich.

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Übergroß, Riesentaschen, Ärmelumschläge. Da wird mir vom Ansehen schon warm.

Mein heimlicher Favorit ist die Kategorie knielang und schmal mit einem Kandidaten (auch wieder Marfy):

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Gerundete Abnäher mit angeschlossener Tasche, Knopfloch in der Naht, Stehkragen.

Was denkt ihr denn? Kurz, mittel, drama? Soll ich bei dem Favoriten bleiben oder doch etwas anderes wagen?

Stofftechnisch gäbe es so viele Möglichkeiten… Mir schwebt etwas Helleres, grau, creme, blaugrau vor. Auf jeden Fall Wolle, vielleicht in sich gemustert. Da muss ich mich mal umsehen. Und jetzt schnell mal verlinken.

Bis bald wieder.

Übergangskleid – MMM #3

Hallo meine Lieben,

zum heutigen MeMadeMittwoch zeige ich Euch ein recht neues Kleid. Der Schnitt ist das Natalie dress von musepatterns. Genäht habe ich den Schnitt noch gar nicht so häufig gesehen. Insbesondere nicht im Vergleich zu den unzähligen Varianten des Gillian Wrap Dress oder des Jenna Cardi. Sehr bedauerlich, denn es ist ein schöner Schnitt. Ich fand diese vordere Raffung ausgesprochen nett und als ich las, dass die Schnitte für eine  Körpergröße von 177 cm gemacht werden, war eigentlich klar, dass ich ihn mal ausprobieren möchte. Aus dunkelblauem Baumwolljersey mit etwas Elasthan.

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An Änderungen kamen eine FBA in die Raffung hinein und eine Zwischenlänge unterhalb der kurzen Version zum Einsatz, sonst nichts. Kein Verlängern des Oberkörpers, keine Anpassungen an den Schultern.

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Allerdings gefällt mir die ganz flache Rückenteillösung (ohne Mittelnaht und Abnäher) nicht so sehr. dem Bindeband fällt es zwar nicht so auf, kann aber etwas mehr Formung vertragen. Beim nächsten Mal werde ich mir das Rückenteil des Wickelkleidschnittes genauer ansehen. Gefüttert habe ich es auch, das mache ich meistens und würde es auch wieder tun. Die Säume sind mit einem 3-fach-Zickzack abgesteppt. Das ist im Moment meine Lieblingsvariante.

Das Kleid schaffte es mit seinen Aspekten ‚Ich bin wie Sommer, denn ich bin aus dünnem Jersey‘ und ‚Ich kann auch Herbst, denn ich habe 3/4 Ärmel‘ sofort in den wettertechnisch wechselhaften Alltag der letzten Woche.

Über einen ganz tollen Cardi, der sich auch wunderbar an verschiedene Vorgaben anpassen kann, berichtet heute Dodo beim MMM.

Bis bald wieder.

Inspiration – Vivienne Westwood Sew-Along

Hallo meine Lieben,

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mein Blogreader zeigte heute Vivienne Westwood hier und Vivienne Westwood da. Soll ich da mitmachen? Eigentlich habe ich noch ganz andere Nähpläne. Aber Vivienne Westwood mag ich total gern. Bereits mein erstes Parfum war ein Vivienne Westwood Libertine. Außerdem, den Durchbruch von Denkblockaden und die Vermischung der Einflüsse fand ich schon immer toll.

Also, die Frage aller Fragen: Wie bringe ich das zusammen mit den ganzen Plänen und Ideen, die hier auch so schon herumschwirren? Ich hacke den Sew-Along. 1) Mir schwebt so ein Vivienne Westwood träumt von Coco Chanel vor. 2) Da gibt es noch eine Box im Nähzimmer, in der ist ein total schöner Tweedstoff drin, aber zerschnitten. Sollte eigentlich ein Kostüm werden. Aber irgendwie war ich wohl doch nicht so ganz überzeugt zwischendrin. Und deswegen gibt es diese Box. (Weniger wohlwollende Zeitgenossen könnten den Inhalt der Box ein UFO nennen. Aber das macht hier ja keiner. Nene.) Diese wird nun verarbeitet.

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Als ich an Vivienne Westwood dachte, kamen mir gleich einige Ideen, wie man den Boxinhalt mit Karostoff und Materialmix ergänzen könnte.

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Der Tweed sollte mal ein Schößchenoberteil mit Rock werden. Der Schnitt ist Vogue 8815. Und zwar die Variante mit dem geraden Schößchen und langen Ärmeln. Außerdem hatte ich das Vorderteil so umgebaut, dass da ein Verschluss vorgesehen war. Was ich nun machen möchte, ist auf jeden Fall des Schößchens mit dem Karostoff (Mir schwebt karierte Dupionseide vor, müsste aber noch organisiert werden.) zu füttern. Das sieht man nämlich immer wieder mal. Außerdem den Stoff noch akzentuiert nach außen tragen. Da müsste ich mir aber die Box erst nochmal ansehen, wie das am besten wäre.

Desweiteren ist ein schmaler Rock zugeschnitten. Den würde ich da auch ganz gerne akzentuieren.

Jetzt kommt der frei kreative Teil. Von dem Tweed-Stoff ist noch genug da für einen weiteren Rock. Und von dem Karostoff könnte man ja genug kaufen. Wie der aber aussehen soll, kann ich erst entscheiden, wenn ich das Jäckchen gemacht habe. Das wäre dann ein Kostüm mit zwei unterschiedlichen Röcken. Ist doch ganz flexibel.

Weitere Teile sind erst einmal nicht geplant, weil da noch ganz andere Sachen auf dem Nähplan sind, z. B. ganz dringend ein neuer Wintermantel. Der vor drei Jahren genähte ist an der Schulter (Schulterriemen an Taschen sind des Teufels.) etwas fadenscheinig.

Die anderen Teilnehmerinnen finden sich dasbürofürschönedinge und ich werde mir die Beiträge auch noch genüsslich zu Gemüte führen.

Bis bald wieder.

Nähen – Bra – Sew-Along

Hallo meine Lieben,

es läuft. Das wäre der Titel meines heutigen Beitrags. Es geht aber bei diesem Treffen bei Julia nicht nur um Schwierigkeiten, sondern auch um Verarbeitungstechniken.

Beim letzten Mal habe ich eine Kauf-BeHa-Analyse gezeigt und eine Sache fand ich da besonders spannend: Die unterschiedlichen Schnittteile für Oberstoff und Futter. Mein grüner Oberstoff ist recht dehnbar und genau das habe ich probiert.

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Der Schnitt ist Isabell von sewy und ich verband beim Oberstoff das seitliche mit dem unteren Cupteil. Die Linie zeigt, wo eine Naht etwa gewesen wäre. An der Stelle des größten Überlapps der Originalschnittteile wären es 6-7 mm gewesen. Das kann der Stoff gut ab. Am Futter habe ich nach wie vor die Naht, aber insgesamt trägt es deutlich weniger auf. Gefüttert habe ich entsprechend der Anleitung mit Powernet. Es ist aber nicht zu dehnbar und passt ganz gut.

Was an der zweifarbigen Verarbeitung etwas nervt, ist der dauernde Garnwechsel. Oben grün und unten grün, oben grün und unten weiß, oben weiß und unten grün; hin und her und her und hin. Dafür ist der Effekt echt schön. Habe ich erwähnt, dass ich diese Kontrastverarbeitungen liebe?

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Das seitliche Band hat auch noch eine Lage Oberstoff bekommen und nicht nur das Powernet. Beim dehnbaren Oberstoff finde ich es einfach schöner so. Und das ist das fertige Stück:

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Kein Schleifchen, dafür ein kleines Spitzenornament. Der BeHa ist ja sonst sehr schlicht und verträgt es ganz gut. Ich wollte die Trennung von Material nach Schnittteil durchbrechen, die ich sonst gemacht habe, deswegen geht das Ornament auch auf die Cups.

Schnitttechnisch habe ich noch eine Änderung gemacht: Die gerade Obercupkante habe ich etwas verlängert, so wie Beverly Johnson es auch im Craftsy-Kurs erklärt. Diese 4 mm wirken Wunder.

Zwischenzeitlich ist dann auch meine Bestellung von bwear eingetroffen. Als Alternative zum Isabell-Schnitt habe ich Shelley auserkoren. Und auch ein Materialpaket in dunkelblau dazu bestellt. Das ist von der Beschaffenheit ganz anders, weil der Stoff ein Duoplex ist und damit quasi nicht dehnbar.

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Ich nähe jetzt beim ersten Mal auch ganz brav nach Anleitung. Die Cups mit den Trägern sind jeweils fertig. Jetzt muss noch alles zusammengefügt werden.

Es ist schon ein wesentlich anderes Nähen mit dem Duoplex. Weniger flutsch und weg, mehr Kontrolle. Wie das mit der Passform sein wird, muss ich sehen. Der Schnitt ist aber explizit für nicht oder wenig dehnbares Material. Habt Ihr Erfahrung zu Größen oder auch Größenunterschieden im Vergleich zwischen fester und dehnbarer Ware?

Diese Dessous-Welt nimmt einen schon gefangen. Neue Materialien, neue Verarbeitungsweisen, neue Passformansätze.

Bis bald wieder.

#bloggerfürflüchtlinge: Wer ist denn nun ein Flüchtling?

Hallo meine Lieben,

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die Bilder der letzten Tage und Wochen sind für mich überwältigend gewesen. Die Bilder des Leids und Unrechts, aber auch diejenigen der Selbstlosigkeit, der Hilfsbereitschaft, der Freude. Zwischen all das schiebt sich immer wieder ein Gedanke: Es ist zu unterscheiden zwischen Flüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen. Mal ist es ein Kommentar zwischendurch, mal die Forderung eines Politikers oder die pauschale Deklaration sicherer Herkunftsländer.

Ist da wirklich zu unterscheiden? Ist die Unterscheidung künstlich? Ist sie vielleicht gar nicht möglich? Die Genfer Flüchtlingskonvention ist von 1951 (Europa) und 1967 (weltweite Erweiterung) und regelt die Rechte von Flüchtlingen. Die Flüchtlingsströme nach dem Krieg, die zuvor gemachten Erfahrungen und Beobachtungen haben viele Staaten bewogen, sie zu ratifizieren. Gleichzeitig legt sie eine klare Trennung fest. Ein Flüchtling ist verfolgt und genießt nicht den Schutz seines Landes, ein Wirtschaftsflüchtling möchte nur seine wirtschaftliche Lage verbessern und genießt noch den Schutz seines Landes.

Ich frage mich, wann die Flüchtlinge aus Deutschland den Status von Wirtschaftsflüchtling zu Flüchtling geändert hätten. Wann war Deutschland kein sicheres Herkunftsland mehr? Es gab doch nur eine Wirtschaftskrise. Oder doch nicht? War es 1930, 1932, 1933, 1939 oder erst 1944? Kann man das auch nur retrospektiv festlegen? Ich bin keine Historikerin, aber ich wage die Behauptung, dass es nicht einen festen Zeitpunkt für alle gab. Und dieser sollte dann auch von außen sichtbar und überprüfbar sein können?

Jeder reagiert auf Unterdrückung unterschiedlich. Der Eine möchte nicht weg, auch wenn er als Dissident immer wieder im Gefängnis landet, der Andere fühlt sich verfolgt, wenn es ihm auf Grund seiner Herkunft oder politischen Überzeugung nicht möglich ist, ein Studium zu ergreifen. Und noch ein Anderer will sich nicht immer auf die Zunge beißen müssen. Der Bereich dazwischen ist fließend.

Alle von ihnen und auch diejenigen, die einfach mehr Geld verdienen wollten, wurden in der BRD willkommen geheißen, wenn sie aus der DDR geflohen waren. Da waren pauschal alle Flüchtlinge. Jetzt gibt es pauschal sichere Herkunftsländer. In sicheren Herkunftsländern wird niemand verfolgt. Was wohl Snowden dazu sagen würde? Oder sind die USA kein sicheres Herkunftsland?

Vielleicht könnten wir den Gedanken zulassen, dass nicht jeder, der hierherkommt, ein Asylbetrüger und Schmarotzer ist, pauschal mal.

Vielleicht sind einzelne Menschen verfolgt, vielleicht gibt es auch Entwicklungen, die neue Verfolgten- und Flüchtlingsgruppen zur Folge haben. Und vielleicht, aber wirklich nur vielleicht, ist es für manche genauso schlimm zuzusehen, wenn ihre Kinder verhungern, weil ihnen selbst keine Möglichkeit gegeben ist , für den Unterhalt der Familie zu sorgen. Man verlässt nicht die Heimat leichtherzig.

Deswegen: Refugees welcome.

Viele Bilder, Geschichten und Gedanken werden auch über die Initiative Blogger für Flüchtlinge getragen, die für Flüchtlinge Spenden sammelt und mittlerweile eine sehr breite und vielfältige Mischung an Beiträgen aufweist, manche analytisch, andere emotional. Es lohnt sich hineinzulesen.

Bis bald wieder.