Fremdbestücktes Nähzimmer

Hallo meine Lieben,

für einen echten Nähnerd gibt es höchstens eine Sache, die schöner ist, als ein neues Projekt zu planen, einen neuen Stoff zu kaufen oder eine neues Kleidungsstück fertig zu stellen: Nähgadgets finden und shoppen. Zumindest geht es mir so.

Und manchmal gibt es die besten Gadgets nicht im Nähladen. Lucy von Nahtzugabe hat gesammelt, welche Haushaltsartikel sich perfekt zum Nähen zweckentfremden lassen. Das lässt sich ausweiten. Auf Spezialzubehör anderer Nerd-Communities.

Der Elektronikbedarf ist eine solche Quelle. Auf Eure Kommentare und Ideen bin ich sehr gespannt.

Als erstes wäre da mal die Lupenlampe zu nennen. Ich hatte sie bei der Annäherung Süd dabei und sie stieß auf viel Interesse. Sie leuchtet sehr hell ohne zu blenden und mit Hilfe der Lupe sind Auftrennen (ungern) oder Handnähte (etwas lieber) auch bei dunkleren Stoffen nicht augenzerstörend.

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Meine ist von pollin.de und hat  um 30 Euro gekostet (hier, hier oder in klein hier). Ursprünglicher Einsatzzweck ist das Sehen des Kleingewusels, das Elektronikbastler stecken oder löten.

Als nächstes benutze ich auch Elektroisolierband (zum Isolieren elektronischer Kabel oder Anschlüsse). Das Material ist anschmiegsam, klebt und lässt sich ohne Rückstände wieder einfach auch lösen. Verwendet wird es bei mir vornehmlich zum Festhalten von Belegen an Stoff zum Anzeichnen oder auch
eines kleinen Nadelkissens an die Nähmaschine.

Weiterhin verwende ich einen Elektrosortierkasten für das mobile Nähzubehör.

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Da haben die wichtigsten Dinge Platz und kommen nicht durcheinander. Kabelbinder sind beim Transport, insbesondere obiger Lampe, auch immer gut.

Die letzten Sachen sind auch im normalen Baumarkt zu finden. Dort gibt es auch viele Baumaterial-Zweckentfremdungs-Möglichkeiten. Bei der AnNÄHerung habe ich etwa sehr viele Folienquellen kennengelernt.

Bis bald wieder.

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AnNÄHerung Süd – mein Rückblick

Hallo meine Lieben,

an diesem Wochenende hatte ich die Gelegenheit, an der AnNÄHerung Süd in Würzburg teilzunehmen, die von Alexandra von mamamachtsachen organisiert worden ist. Trotz der Krankheitswelle haben sich einige Nähnerds zum gemeinsamen Nähen, Plaudern und gegenseitigem Unterstützen getroffen.

Die Jugendherberge in Würzburg, in der wir nähten, ist echt groß, schön und die Leute dort sehr nett (Sie sind doch von der Nähgruppe, wissen Sie, wo ich einen Schnitt für eine Kinderhose …), der Tagungsraum mit großen Fensterfronten bestückt, schöne Aussicht (bis auf den Kran) inklusive.

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Nur die Parkplatzsituation war etwas schwierig, da die JuHe keine eigenen Parkplätze besitzt. So spielten einige der Autos zusammen Bus, während andere regelmäßig umgeparkt wurden.

Mein Nähprojekt war ein Kleid (133) aus der November 2013 Burda, der Stoff ein auberginefarbener Wollromanit, die Herausforderung die Kreuzabnäher.
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Ich bin nicht ganz fertiggeworden: das Futterkleid, der Reißverschluss und der Saum fehlen noch. Die schwierige Stelle der Taillennaht hat den Kampf am Samstag Abend verloren. Das Kleid hatte sich aber auch wirklich gewehrt. Die Abnäherlösung ist zwar toll, aber für Jersey, der immer mehr Stoffdicke aufweist, nicht geeignet. Von jeder der Nähte, jedem Abnäher hat man eine Nahtzugabe in genau dem Punkt, ich musste da durch etwa 7 mm Stoff hindurch. Mal einen Webstoffkleidchnitt entsprechend abzuändern, könnte ich mir aber doch noch vorstellen.

Die Atmosphäre bei der AnNÄHerung war ganz toll, sehr konzentriert, inspirierend und plauderhaft zugleich. Und natürlich ganz besonders schön ist es, nun eine Person und eine Persönlichkeit den Blogs zuordnen zu können. Ich lese diese dann jeweils noch einmal anders, wenn ich die Person vor Augen habe.

Einen Stoff- und Schnitttisch gab es auch, nur hat einer nicht ganz ausgereicht. Meine Mitbringsel sind drei Stoffe und drei Schnitte.

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Oben links ein Wollstoff für einen schmalen Rock wie hier, oben rechts ein Velvetine für wohl auch einen Rock. Der untere ist ein Paneel-Stoff in einem traumhaften grau-violett, bei dem die Ellipsen nach unten immer größer werden und der oben eingesmokte Dreiecke hat. Das ist dann natürlich ein Rock-Stoff.

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An Schnitten habe ich gerade Hose, eine interessante Raglan-Jacke und ein total schönes Wickelkleid mitgebracht. Die ersten beiden eher zufällig entdeckt, der letzte wurde mir explizit noch in die Hand gedrückt. Danke nochmal.

Alexandra hat auch ein paar Ballen Stoff von Fashion for Designers dabei gehabt. Da habe ich ganz lemminghaft diese zwei für mich ausgesucht:

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So schön es ist, so schnell ist es auch schon zu Ende. Nach der Abschlusspräsentation Sonntag Mittag mit zum Teil fertigen Mänteln oder Massenproduktionen ging es dann auch schon nach Hause. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Bis bald wieder.

Schnitt- und Stoffvorstellung – Winterjacken Sew-Along

Hallo meine Lieben,

das kann jetzt ein ganz kurzer Beitrag werden. Schnitt ausgesucht, gekauft und bereit. Stoff ausgesucht, gekauft und bereit. Ich habe mich für den mittellangen Mantel entschieden.

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Einerseits, weil mein bisheriger Mantel lang ist und ich etwas Abwechslung möchte. Andererseits haben mir die praktischen Wärmekommentare zu den kurzen Manteln zu denken gegeben. Und außerdem hatte ich mich in den Schnitt verliebt, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Kann auch nach hinten losgehen. Da hilft einfach mal machen.

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Gestern habe ich dann erst einmal den Schnitt angepasst, Standardänderungen wie Schultern gerader, Oberkörper verlängern und FBA. Über der letzteren habe ich etwas gerätselt, weil der Abnäher direkt in den Tascheneingriff verläuft und an der Stelle das untere Schnittteil ansetzt und die Mehrweite musste sinnvoll aufgeteilt werden. Zur Sicherheit mache ich noch ein Probemodell.

Der Stoff ist ein farblich melierter Wolltwill. (Einfach draufklicken, ich habe wegen der Struktur das Bild in großer Auflösung eingefügt.)

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Die Farbe ist grau mit hellbraun-beigen Anteilen, ziemlich genau das was ich wollte. Futterstoff ist auf dem Weg zu mir und Knöpfe habe ich noch keine. Was ich auch noch nicht weiß, ist, wie und ob ich die Nähte wie bei den Schnittbildern akzentuieren möchte.

Offen ist auch noch, ob eine Zwischenlage für die Wärme eingebaut wird. Über die verschiedenen Möglichkeiten führt Karin die Diskussion an. Das muss ich mir auch noch genau durchlesen und durchdenken. Mir schwebte so eine ganz dünne Lage Flanell (etwas dünner als die normalen Baumwollflanelle) aus Wolle vor. So einen hatte ich mal als Kind in einem Mantel. Das war superdünn, superleicht und wunderbar warm. Allerdings habe ich das Material seit Jahren nicht mehr gesehen.

Falls Ihr Ideen zu Knöpfen, Einlage oder Nahtakzenten habt, habe ich ein ganz offenes Ohr. Alle anderen finden sich mit bezaubernden Projekten hier, über Schulterpolster kann man auch einiges erfahren.

Bis bald wieder.