Necchi 544 – Meine Nähmaschine

Hallo meine Lieben,

kaum angekündigt, schon zusammengestellt. Heute möchte ich Euch ein altes Schätzchen unter den Nähmaschinen vorstellen. Auch dieser wird in der Sammlung bei Marja Katz verlinkt.

Meine hochwürdige alte Nähmaschine ist eine Necchi 544, eine wunderschöne Maschine, die Ender der fünfziger Jahre entworfen wurde. Wann genau meine hergestellt wurde, kann ich nicht sagen. Ich habe sie gebraucht gekauft.

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Anschaffung und Folgekosten

Welches Modell hast Du, welchen Preis hatte Deine Nähmaschine und wann hast Du sie gekauft?
Es handelt sich um eine Necchi 544. Gekauft wurde sie, weil ich das Modell zuvor schon kannte. Das Problem mit ihnen ist jedoch, dass die Stichwahlscheiben aus Bakelit sind und nicht mehr ersetzt werden. Einmal angeknackst, sind sie zu einem Geradstichmaschinendasein verdammt.
Findest Du das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen?
Da ich die Maschine gebraucht für kleines Geld gekauft habe: Ja.
Welche Eigenschaften waren für Dich ausschlaggebend für die Kaufentscheidung?
Das Stichbild ist auf den alten mechanischen Maschinen einfach ganz wunderbar und mir lief diese gerade über den Weg. Außerdem ist das eine der schönsten Nähmaschinen. Sogar im Moma in New York steht sie, siehe hier.
Wieviel Zubehör wird mitgeliefert und wie teuer ist ein eventuelles Nachrüsten von Zubehör, z.B. Nähfüsschen?
Was ursprünglich dabei war, kann ich nicht sagen, ich habe ein kleines Füsschensortiment mit erhalten. Dabei war ein Zickzackfüsschen, ein Knopfannähfüsschen, ein Stopffüsschen, eine Blindstichfüsschenerweiterung.
Wieviel Zubehör gibt es insgesamt für Deine Nähmaschine, welches davon hast Du und welches davon nutzt Du am meisten? Welches möchtest Du unbedingt noch anschaffen?
Mittlerweile lässt sich dieses nicht weiter ergänzen. Was ursprünglich möglich war, kann ich nicht so genau sagen.
War Deine Nähmaschine schon einmal kaputt? Kannst Du eine Aussage darüber machen, ob die Reparatur- oder Wartungskosten hoch sind (z.B. aufgrund aufwendiger Elektronik)?
Kaputt war sie nicht. Ersatzteile sind auch nur schwer, wenn überhaupt zu bekommen. Dafür kann sie ganz einfach gewartet werden, weil noch alles mechanisch ist. Das kostet je nach Aufwand 50 – 70 Euro. Die Sollbruchstelle sind die zwei Bakelitteile zur Stichauswahl. Im Internet lassen sich ganz viele Maschinen finden, wobei immer von dem Bruch dieser Teile berichtet wird. Ich habe auch schon überlegt, ob man die nicht 3d-drucken könnte, bin dem bisher aber nicht weiter nachgegangen.
Wo würdest Du Dein Modell einordnen (Holzklasse, Mittelklasse, Luxusklasse) und für wen würdest Du es empfehlen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profi)
Gute Mittelklasse, die ich sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen empfehlen würde. Allerdings hat sie viele Features nicht, die heutzutage oft dabei sind.

Praktikabilität

Wie groß und wie schwer ist Deine Nähmaschine?
Klein, aber schwer, weil sie ein Metallgehäuse hat, laut Internetrecherche 9 kg.
Kommt Deine Nähmaschine für einen Auf- und Abbau bei flexiblen Arbeitsplätzen in Frage oder ist sie eher für feste Arbeitsplätze geeignet?
Dafür ist sie sehr eigentlich gut geeignet. Durch das Gewicht sitzt sie auch recht gut, wo auch immer sie nähen soll.
Wie aufwendig ist Abbau/Verpackung/Transport für gemeinsame Nähkränzchen?
Überhaupt nicht aufwendig. Sie hat eine Plastikabdeckhaube mit Griff und ist damit supertransportabel. Allerdings wurde sie bisher nicht (von mir) zu Nähkränzchen mitgenommen.
Lässt sich die Nähmaschine gut reinigen oder kommst Du an einige Stellen gar nicht heran?
Ja, diese älteren Maschinen sind einfach sehr wartungsfreundlich.
Wie ist die Helligkeit der Beleuchtung?
Das ist eine klassische Glühbirne. Durch die Lichtführung ist die Beleuchtung schön hell.
Wie laut ist die Maschine?
Erstaunlich leise.
Ist die Maschine intuitiv bedienbar?

Auf jeden Fall.
Ist die Bedienungsanleitung ausführlich genug?
Ich finde sie sowohl sehr schön aufbereitet wie auch ausführlich.
Kann man die Nähmaschine auch ohne Pedal bedienen?
Nein, das geht nicht.

Näheigenschaften

Welche Nähmaschine(n) hattest Du bisher? Wie schätzt Du Deine Maschine im Vergleich dazu ein?
Ich habe schon auf verschiedenen Maschinen genäht. Zuletzt kam Elna 6600 dazu. Obwohl diese hier an Funktionalität viel weniger bietet, ist sie definitiv eine sehr schöne Maschine mit schönem Stichbild.
Wie oft nähst Du? Was nähst Du hauptsächlich und findest Du Deine Nähmaschine dafür ungenügend, perfekt ausreichend oder etwas oversized?
Ich nähe Kleidung, im Schnitt einige Male pro Woche. Mittlerweile kommt aber vor allem die Elna zum Einsatz.
Welches Feature fehlt Dir für Deine Näharbeiten und auf welches Vorhandene möchtest Du auf gar keinen Fall verzichten?
Es ist echt spannend, was sie alles schon hat: Verstellbaren Nähfußdruck. Stichlängen und -breiteneinstellungen, regelbare Motorgeschwindigkeit, versenkbaren Transporteur. Wenn man die Nadelposition noch ändern könnte und sie einen Kniehebel hätte, wäre sie perfekt.
Hat Deine Nähmaschine Features, die Du für unsinnig hältst?
Nein, keine.
Welche Knopflochfunktion(en) hat Deine Nähmaschine und bist Du damit zufrieden? Was könnte besser sein?
Sie bietet ein Vier-Stufen-Knopfloch, das ich jedoch nicht benutze. Handgestickte, Paspel- und von der Elna gemachte Knopflöcher reichen aus.

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Potentielle Problemzonen
Wie näht Deine Nähmaschine enge Rundungen?
Hervorragend.
Ist das Stichbild sauber, auch bei sehr dickem Nähgut oder sehr schnellem Nähen?
Das kann sich wirklich sehen lassen.
Ist der Stofftransport gerade und gleichmäßig, auch wenn Du den Stoff nicht aktiv führst?
Ja, ist er.
Ist ein sauberes Nähen an Stoffkanten möglich, ohne dass sich die Naht oder der Stoff zusammenzieht? (Nahtanfänge, versäubern)
Eigentlich ja. Ich nähe aber nur sehr wenig schwierige Jerseystoffe mit ihr.
Werden elastische Stoffe problemlos genäht oder wellt der Stoff?
Das habe ich tatsächlich erst für diesen Bericht ausprobiert. Bei reduziertem Nähfußdruck wellt er sich nicht. Sie ist aber nicht für elastische Stoffe gemacht und die würde ich auf ihr auch nicht wirklich nähen.
Wie ist die Kontrolle über Nähgeschwindigkeit? Ist sehr schnelles oder sehr langsames Nähen (Stich für Stich) möglich?
Man kann zwei Grundgeschwindigkeiten einstellen und das Pedal reagiert sehr gut. Ich hatte bisher immer das Gefühl, gut Kontrolle zu haben.
Bei welchen Nähfragen kommst Du an die Grenzen Deiner Nähmaschine? Was funktioniert überhaupt nicht?
Ich muss zugeben, dass ich mich dabei erwische, den Komfort einer neueren Maschine zu vermissen. Was mir aber wirklich fehlt, ist die verstellbare Nadelposition.

Wie ist Dein abschließendes Gesamturteil in Kurzform? Auf einer Skala von 1 bis 5 – wieviel Sterne würdest Du Deiner Nähmaschine geben und warum?
Das ist schwer zu sagen. Ich würde niemandem empfehlen, sich diese Maschine zu kaufen. Dafür hat die Entwicklung schon einige nette Features gebracht, die sie einfach noch nicht hat. Auch ist das Bruchproblem nach wie vor ungelöst. Allerdings kann man auf ihr sehr schön nähen und zu ihrer Zeit wird sie zu den vielseitigeren und besseren Maschinen gehört haben. Deswegen würde ich ihr drei Sterne geben.

Soweit mein Ausflug in diese alten Zeiten. Es hat total Spaß gemacht, für diesen Bericht, die Maschine genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Alltag kommt sie doch nicht so sehr zum Einsatz.

Bis bald wieder.

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7 Gedanken zu “Necchi 544 – Meine Nähmaschine

  1. Die Idee, Ersatzteile mit einem 3D-Drucker nachzubauen, finde ich bestechend. Bei uns im Haushalt steht eine alte Gritzner aus den 1950er Jahren, bei der die Zierstiche auch über Kunststoffteile gewählt werden. Es ist zwar kein Bakelit, aber wie ich in verschiedenen Foren gelesen habe, gehen genau diese Teile kaputt, die Maschine ist dann nur noch eingeschränkt funktionsfähig. Kunststoff wird eben irgendwann bröckelig und zerfällt dann einfach.

    Aber möglicherweise ist der 3D-Druck ja die Rettung für solche alten Maschinen.

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    1. Das könnte wirklich eine Möglichkeit sein. Ich möchte mir das mal genauer ansehen, bisher habe ich nichts 3d-gedruckt. Wenn man Schuhe 3d-drucken kann, müsste es belastbar genug sein. Von den Dateien her dürfte es nicht so kompliziert sein, meistens sind es Scheiben oder Zahnrädchen, das kann auch ein Anfänger in CAD zeichnen.

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  2. Vom Design her ist die Maschine eine Wucht – das vermisse ich bei den ganzen teuren neuen Maschinen ja etwas, dass sich da auch mal jemand Gedanken ums Design macht. Allerhöchstens druckt man rosa Blumen aufs Gehäuse. Nur Toyota hat sich mit der Oekaki jetzt mal etwas anderes ausgedacht.
    Interessant finde ich auch, dass du anscheinend beim Nähen ganz andere Abläufe hast als ich: die Nadelposition verstelle ich so gut wie nie., ich weiß gar nicht, wozu ich die 9 verschiedenen Nadelpositionen brauchen kann.

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