Nähen – Bra – Sew-Along

Hallo meine Lieben,

es läuft. Das wäre der Titel meines heutigen Beitrags. Es geht aber bei diesem Treffen bei Julia nicht nur um Schwierigkeiten, sondern auch um Verarbeitungstechniken.

Beim letzten Mal habe ich eine Kauf-BeHa-Analyse gezeigt und eine Sache fand ich da besonders spannend: Die unterschiedlichen Schnittteile für Oberstoff und Futter. Mein grüner Oberstoff ist recht dehnbar und genau das habe ich probiert.

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Der Schnitt ist Isabell von sewy und ich verband beim Oberstoff das seitliche mit dem unteren Cupteil. Die Linie zeigt, wo eine Naht etwa gewesen wäre. An der Stelle des größten Überlapps der Originalschnittteile wären es 6-7 mm gewesen. Das kann der Stoff gut ab. Am Futter habe ich nach wie vor die Naht, aber insgesamt trägt es deutlich weniger auf. Gefüttert habe ich entsprechend der Anleitung mit Powernet. Es ist aber nicht zu dehnbar und passt ganz gut.

Was an der zweifarbigen Verarbeitung etwas nervt, ist der dauernde Garnwechsel. Oben grün und unten grün, oben grün und unten weiß, oben weiß und unten grün; hin und her und her und hin. Dafür ist der Effekt echt schön. Habe ich erwähnt, dass ich diese Kontrastverarbeitungen liebe?

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Das seitliche Band hat auch noch eine Lage Oberstoff bekommen und nicht nur das Powernet. Beim dehnbaren Oberstoff finde ich es einfach schöner so. Und das ist das fertige Stück:

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Kein Schleifchen, dafür ein kleines Spitzenornament. Der BeHa ist ja sonst sehr schlicht und verträgt es ganz gut. Ich wollte die Trennung von Material nach Schnittteil durchbrechen, die ich sonst gemacht habe, deswegen geht das Ornament auch auf die Cups.

Schnitttechnisch habe ich noch eine Änderung gemacht: Die gerade Obercupkante habe ich etwas verlängert, so wie Beverly Johnson es auch im Craftsy-Kurs erklärt. Diese 4 mm wirken Wunder.

Zwischenzeitlich ist dann auch meine Bestellung von bwear eingetroffen. Als Alternative zum Isabell-Schnitt habe ich Shelley auserkoren. Und auch ein Materialpaket in dunkelblau dazu bestellt. Das ist von der Beschaffenheit ganz anders, weil der Stoff ein Duoplex ist und damit quasi nicht dehnbar.

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Ich nähe jetzt beim ersten Mal auch ganz brav nach Anleitung. Die Cups mit den Trägern sind jeweils fertig. Jetzt muss noch alles zusammengefügt werden.

Es ist schon ein wesentlich anderes Nähen mit dem Duoplex. Weniger flutsch und weg, mehr Kontrolle. Wie das mit der Passform sein wird, muss ich sehen. Der Schnitt ist aber explizit für nicht oder wenig dehnbares Material. Habt Ihr Erfahrung zu Größen oder auch Größenunterschieden im Vergleich zwischen fester und dehnbarer Ware?

Diese Dessous-Welt nimmt einen schon gefangen. Neue Materialien, neue Verarbeitungsweisen, neue Passformansätze.

Bis bald wieder.

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Unter-Ober-Wäsche

Hallo meine Lieben,

ich bin auch angesteckt. Sucht oder Seuche ist die Frage, die vollkommen unwichtig ist. Es geht um Lingerie, Unterwäsche, Dessous. You name it. Ein erstes Zeichen war schon bei dem Kleinen Schwarzen Sewalong zu sehen, wo ein schwarzer Beha (ja, ich schreibe das aus) dabeiblitzte. Dieser hier (mit Blitz fotografiert, eigentlich ganz schwarz):

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Was soll ich dazu sagen, dabei blieb es nicht. Er hat jetzt schon zwei Freunde.

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Mit diesen Bildern ist auch alles zu meinem farblichen Beuteschema gesagt, auf jeden Fall zum bisherigen.

Wie konnte es um mich geschehen? – Eine Bestandsaufnahme

Bereits letztes Jahr sind mir immer wieder sehr schöne Sets oder Behas aufgefallen. Wirklich schöne. Zusammen mit Berichten, dass sie gut passten, sich angenehm trügen, … So viele verschiedene Materialien, Zutaten, Kleinteile, Gummibändchen, eine komplett neue Welt, die es zu meistern gilt. Genau darauf bekam ich Lust. Und genau das war das weiße Kaninchen. Zu wissen, dass ich noch so viel ausprobieren, üben, lernen könnte.

Wie fing ich an?

Erst einmal gar nicht und dann so, wie ich beim Nähen bei neuen Themen oft anfange. Erst einmal machen. Also ein Komplettset und einen Schnitt bei sewy bestellt, dieses zu Hause mal bewundert, zugeschnitten, losgenäht und losgekämpft und gewundert.

Das Ergebnis: schon in Ordnung, nicht die Krönung der Passform. Allerdings bin ich dann noch in ein Wäschegeschäft vor Ort und was es zu kaufen gibt, ist passformtechnisch viel schlechter. Wenn ich die Schultern hängen lasse und gekrümmt stehe (Genau die Haltung, bei der ich Rückenschmerzen verspüre, sobald ich sie an jemandem sehe.), passen die Kaufbehas wunderbar, wenn ich normal aufrecht stehe, so drückt die obere Kante ein. Das war mir früher auch immer wieder aufgefallen, ich hatte es nur verdrängt.

Wo stehe ich heute?

Drei fertige Behas, ein weiterer in Arbeit.

Die Passform ist bei den drei fertigen jedesmal etwas besser. Jeder einzelne wird gern getragen, nicht zuletzt weil er besser passt als alles zuvor. Die Materialien, zumindest diejenigen, die ich bis jetzt in der Hand hatte, sind in der Verarbeitung schon eine Herausforderung, der Anspruch an die Genauigkeit ist größer. Es ist sofort zu sehen, wenn der Abstand zweier Nähte kleiner oder größer ist. (Allerdings sieht es hinterher kaum jemand.)

Wie geht es weiter?

Jetzt werde ich mir mal diesen Craftsy-Kurs zum Thema ansehen, von dem ich ganz viel gelesen habe. Dann mache ich weiter. Und auf den von Julia angekündigten Sew-Along bin ich auch schon sehr gespannt.

Bis bald wieder.

Finale – „Das kleine Schwarze“

Hallo meine Lieben,

ein Monat geht schnell vorbei. Ein Monat ds gemeinsamen Nähens geht besonders schnell vorbei. Mein großer Dank geht an Sylvia und Monika für diesen schönen Sew-Along. (Die Beiträge hierzu finden sich hier: Ankündigung, Inspiration, Stoff & Schnitt, Zwischenstand, und insbesondere jetzt: Finale)

Ein kleines Schwarzes wollte ich schon lange. Aber irgendwie, irgendwie geschah da nichts. Der Sew-Along kam wie gerufen, denn ohne ihn hätte ich wohl immer noch kein kleines Schwarzes. Genäht wurde ein Burda-Wickelkleid (November 2013) aus schwarzem Viskosejersey und zusätzlich gefüttert.

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Das Resultat hat am Freitag schon den Praxistest im Büro bestanden, ohne die möglichen Unglücksmomente, die mit einem Wickelkleid einhergehen.

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Viel habe ich am Schnitt nicht geändert. Das Oberteil wurde verlängert, das Bindeband breiter genäht und der Besatz weggelassen. Das nächste Mal würde ich den Ärmel nochmal 3cm kürzer machen. Das könte man hier auch noch machen, aber wenn ein Stück mal den Zustand fertig erreicht hat, ist es gar nicht so einfach, es wieder in die Maschine zu  motivieren. Statt des Besatzes habe ich übrigens ein Band für die gesamte Kante genommen und auch das Futter damit festgehalten.

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Schwarz ist effektiv unfotografierbar. Das Futter und der Oberstoff sind beide tiefschwarz und sehen doch so unterschiedlich aus. Außerdem weigert sich der Fotoapparat sich, schwarze Flächen als Fotoobjekt anzuerkennen. Davon zeugen die unzähligen komplett unscharfen schwarzen Flächen, die mein Bilderordner nun beinhaltet.

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Als kleines Extra habe ich mich an Unterwäsche gewagt und einen passenden schwarzen Beha genäht. Tragebilder folgen hier später ganz sicher nicht. Lehre hieraus: Schwarz ist echt nicht gut sichtbar, das nächste Mal sollte ich zum Üben eine helle Farbe wählen.

Und was kommt jetzt? Als erstes empfehle ich jedem, sich die Finalkleider bei Sylvia anzusehen. Da ist einiges zu bewundern. Und für mich: ein weiterer schwarzer Stoff ist schon gekauft, diesmal kein Jersey. Mal sehen, wann er vernäht wird.

Bis bald wieder.

Transparenzblocking im Brume

Hallo meine Lieben,

seit einiger Zeit erscheint mir die Spitze-Mode allgemeinen Transparenzelementen zu weichen. Es fing an, dass statt ungedoppelter Spitzenärmel transparente Ärmel zu sehen waren und mittlerweile werden die Gestaltungsmöglichkeiten kleinteiliger und gezielter eingesetzt. Im Gegensatz zu Spitzen kann man sich wirklich nur auf den blickdicht/transparent-Kontrast konzentrieren. Einige Inspirationen habe ich bei Pinterest gesammelt und just auch am Wochenende habe ich so etwas auch in meiner blogroll gefunden, bei Erica, ein traumhaftes weißes Kleid.

So etwas will ich auch. Naja, in einer bescheideneren und etwas weniger ambitionierten Variante vielleicht?. Was als eine sehr spontane Idee begann, führte dazu, dass ich meinen fast fertig genähten weißen Brume-Rock auseinanderschnitt, um Transparenz einzufügen.

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In das Schnittmuster hatte ich mich in dem Moment verliebt, als es veröffentlicht wurde. Dann kurz überlegt, ob ich tatsächlich noch einen weiteren Jersey-Rock-Schnitt benötige. Was soll ich sagen: Die Antwort habe ich immer noch nicht, dafür aber schon zwei Röcke.

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Der Schnitt ist durch die Passenlösung sehr ungewöhnlich. Im Prinzip hat man im oberen Bereich keine Seitennähte. Die Seitenabnahmen und hinteren Abnäher sind in der Rundung der Passe aufgefangen, die dann wie eine stilisierte Fledermaus aussieht.

Genäht habe ich den Rock aus einem weißen Baumwoll (mit etwas Elasthan) Romanit. Theoretisch ein ganz toller Stoff, praktisch, naja sagen wir mal: einmal gedehnt, für immer gedehnt.

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Die Designlinien sind betont, indem ich die die Nähte von oben mit einer Zwillingsnadel abgesteppt habe. Und dann kam also die Idee des transparenten Einsatzes. Unten wurden einige Centimeter Rock abgeschnitten. Ein Stückchen Seidenjersey wurde hervorgeholt und ein Streifen davon zwischen die zwei Rockteile eingenäht. Damit der viel dickere Romanit sich nicht vor den gewollt transparenten und viel dünneren Seidenjersey legt, musste ich ihn jeweils von oben feststeppen. Und habe ich erwähnt, wie störrisch gedehnt der Romanit verbleibt?

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Alles in allem: Es wellt sich unten etwas. Nicht so schlimm, wie es könnte, aber so hundertprozent ist es auch nicht. Verwendet habe ich einen Obertransportfuß und auch den Nähfußdruck verringert, das war es noch nicht ganz. Trotzdem mag ich den Rock. Weiß bedeutet irgendwie auch Sommer. Den könnte ich mal zur Abwechslung gut gebrauchen.

Bis bald wieder.

Leinenrock – MMM #1

Hallo meine Lieben,

heute zeige ich Euch meinen relativ neuen Leinenrock. (Genau der, der in Leipzig angekündigt worden ist.)

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Genäht ist er nach meinen Standardschnitt für gerade Röcke, dessen Grundlage Marfy 0757 ist. Ich habe ihn schon mehrfach genäht, er ist mein Schnitt für bürotaugliche Röcke. Ziemlich nach Marfy-Vorgabe habe ich ihn mit einem Reißverschluss hinten und zwei Schlitzen an den Seiten genäht.

Diesmal also aus Leinen. Der Stoff besteht nur aus schwarzen, weißen und knallig orangen Garnen, wirkt durch die Mischung lachsfarben und vor allem sehr lebendig.

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Dieses Stoff-Schätzchen entdeckte ich zufällig vor einiger Zeit in einer Reste-Kiste und konnte es da unmöglich liegen lassen. Die Herausforderung beim Nähen waren die nur 70 cm Länge. Damit war fast schon klar, dass es ein schmaler Rock werden würde. Ich konnte genau die Rockschnittteile auf dem Stoff platzieren. Das war’s. Was gar nicht ging, waren die Belege, die eigentlich gefragt waren. Aber wo nur ein Centimeter Platz ist, ist nur ein Centimeter Platz. Die Belege wurden dann kurzerhand substituiert.

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In meiner Bänderbox befand sich noch breites Ripsband. Dieses wurde in Form gebügelt und bildet den Belegersatz. Das Futter wurde dann einfach aus den ganzen Schnittteilen zugeschnitten und an dem Ripsband befestigt. Ich habe einen normalen Reißverschluss genommen und von hand mit knallig orangenem Garn angenäht. Da sieht man von außen gar nichts. Wie Leinen so ist, knittert der Rock sobald man ihn auch nur ansieht. Nichtsdestotrotz hat er sich schon bewährt: schick genug für den Berufsalltag und durch die Seitenschlitze vollkommen fahrradtauglich.

Auf dem MeMadeMittwoch-Blog ist die Modenschau eröffnet. Heute ist Katharina von sewing addicted Gastgeberin, die ein traumhaftes Sommerkleid vorstellt.

Bis bald wieder.