Necchi 544 – Meine Nähmaschine

Hallo meine Lieben,

kaum angekündigt, schon zusammengestellt. Heute möchte ich Euch ein altes Schätzchen unter den Nähmaschinen vorstellen. Auch dieser wird in der Sammlung bei Marja Katz verlinkt.

Meine hochwürdige alte Nähmaschine ist eine Necchi 544, eine wunderschöne Maschine, die Ender der fünfziger Jahre entworfen wurde. Wann genau meine hergestellt wurde, kann ich nicht sagen. Ich habe sie gebraucht gekauft.

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Anschaffung und Folgekosten

Welches Modell hast Du, welchen Preis hatte Deine Nähmaschine und wann hast Du sie gekauft?
Es handelt sich um eine Necchi 544. Gekauft wurde sie, weil ich das Modell zuvor schon kannte. Das Problem mit ihnen ist jedoch, dass die Stichwahlscheiben aus Bakelit sind und nicht mehr ersetzt werden. Einmal angeknackst, sind sie zu einem Geradstichmaschinendasein verdammt.
Findest Du das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen?
Da ich die Maschine gebraucht für kleines Geld gekauft habe: Ja.
Welche Eigenschaften waren für Dich ausschlaggebend für die Kaufentscheidung?
Das Stichbild ist auf den alten mechanischen Maschinen einfach ganz wunderbar und mir lief diese gerade über den Weg. Außerdem ist das eine der schönsten Nähmaschinen. Sogar im Moma in New York steht sie, siehe hier.
Wieviel Zubehör wird mitgeliefert und wie teuer ist ein eventuelles Nachrüsten von Zubehör, z.B. Nähfüsschen?
Was ursprünglich dabei war, kann ich nicht sagen, ich habe ein kleines Füsschensortiment mit erhalten. Dabei war ein Zickzackfüsschen, ein Knopfannähfüsschen, ein Stopffüsschen, eine Blindstichfüsschenerweiterung.
Wieviel Zubehör gibt es insgesamt für Deine Nähmaschine, welches davon hast Du und welches davon nutzt Du am meisten? Welches möchtest Du unbedingt noch anschaffen?
Mittlerweile lässt sich dieses nicht weiter ergänzen. Was ursprünglich möglich war, kann ich nicht so genau sagen.
War Deine Nähmaschine schon einmal kaputt? Kannst Du eine Aussage darüber machen, ob die Reparatur- oder Wartungskosten hoch sind (z.B. aufgrund aufwendiger Elektronik)?
Kaputt war sie nicht. Ersatzteile sind auch nur schwer, wenn überhaupt zu bekommen. Dafür kann sie ganz einfach gewartet werden, weil noch alles mechanisch ist. Das kostet je nach Aufwand 50 – 70 Euro. Die Sollbruchstelle sind die zwei Bakelitteile zur Stichauswahl. Im Internet lassen sich ganz viele Maschinen finden, wobei immer von dem Bruch dieser Teile berichtet wird. Ich habe auch schon überlegt, ob man die nicht 3d-drucken könnte, bin dem bisher aber nicht weiter nachgegangen.
Wo würdest Du Dein Modell einordnen (Holzklasse, Mittelklasse, Luxusklasse) und für wen würdest Du es empfehlen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profi)
Gute Mittelklasse, die ich sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen empfehlen würde. Allerdings hat sie viele Features nicht, die heutzutage oft dabei sind.

Praktikabilität

Wie groß und wie schwer ist Deine Nähmaschine?
Klein, aber schwer, weil sie ein Metallgehäuse hat, laut Internetrecherche 9 kg.
Kommt Deine Nähmaschine für einen Auf- und Abbau bei flexiblen Arbeitsplätzen in Frage oder ist sie eher für feste Arbeitsplätze geeignet?
Dafür ist sie sehr eigentlich gut geeignet. Durch das Gewicht sitzt sie auch recht gut, wo auch immer sie nähen soll.
Wie aufwendig ist Abbau/Verpackung/Transport für gemeinsame Nähkränzchen?
Überhaupt nicht aufwendig. Sie hat eine Plastikabdeckhaube mit Griff und ist damit supertransportabel. Allerdings wurde sie bisher nicht (von mir) zu Nähkränzchen mitgenommen.
Lässt sich die Nähmaschine gut reinigen oder kommst Du an einige Stellen gar nicht heran?
Ja, diese älteren Maschinen sind einfach sehr wartungsfreundlich.
Wie ist die Helligkeit der Beleuchtung?
Das ist eine klassische Glühbirne. Durch die Lichtführung ist die Beleuchtung schön hell.
Wie laut ist die Maschine?
Erstaunlich leise.
Ist die Maschine intuitiv bedienbar?

Auf jeden Fall.
Ist die Bedienungsanleitung ausführlich genug?
Ich finde sie sowohl sehr schön aufbereitet wie auch ausführlich.
Kann man die Nähmaschine auch ohne Pedal bedienen?
Nein, das geht nicht.

Näheigenschaften

Welche Nähmaschine(n) hattest Du bisher? Wie schätzt Du Deine Maschine im Vergleich dazu ein?
Ich habe schon auf verschiedenen Maschinen genäht. Zuletzt kam Elna 6600 dazu. Obwohl diese hier an Funktionalität viel weniger bietet, ist sie definitiv eine sehr schöne Maschine mit schönem Stichbild.
Wie oft nähst Du? Was nähst Du hauptsächlich und findest Du Deine Nähmaschine dafür ungenügend, perfekt ausreichend oder etwas oversized?
Ich nähe Kleidung, im Schnitt einige Male pro Woche. Mittlerweile kommt aber vor allem die Elna zum Einsatz.
Welches Feature fehlt Dir für Deine Näharbeiten und auf welches Vorhandene möchtest Du auf gar keinen Fall verzichten?
Es ist echt spannend, was sie alles schon hat: Verstellbaren Nähfußdruck. Stichlängen und -breiteneinstellungen, regelbare Motorgeschwindigkeit, versenkbaren Transporteur. Wenn man die Nadelposition noch ändern könnte und sie einen Kniehebel hätte, wäre sie perfekt.
Hat Deine Nähmaschine Features, die Du für unsinnig hältst?
Nein, keine.
Welche Knopflochfunktion(en) hat Deine Nähmaschine und bist Du damit zufrieden? Was könnte besser sein?
Sie bietet ein Vier-Stufen-Knopfloch, das ich jedoch nicht benutze. Handgestickte, Paspel- und von der Elna gemachte Knopflöcher reichen aus.

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Potentielle Problemzonen
Wie näht Deine Nähmaschine enge Rundungen?
Hervorragend.
Ist das Stichbild sauber, auch bei sehr dickem Nähgut oder sehr schnellem Nähen?
Das kann sich wirklich sehen lassen.
Ist der Stofftransport gerade und gleichmäßig, auch wenn Du den Stoff nicht aktiv führst?
Ja, ist er.
Ist ein sauberes Nähen an Stoffkanten möglich, ohne dass sich die Naht oder der Stoff zusammenzieht? (Nahtanfänge, versäubern)
Eigentlich ja. Ich nähe aber nur sehr wenig schwierige Jerseystoffe mit ihr.
Werden elastische Stoffe problemlos genäht oder wellt der Stoff?
Das habe ich tatsächlich erst für diesen Bericht ausprobiert. Bei reduziertem Nähfußdruck wellt er sich nicht. Sie ist aber nicht für elastische Stoffe gemacht und die würde ich auf ihr auch nicht wirklich nähen.
Wie ist die Kontrolle über Nähgeschwindigkeit? Ist sehr schnelles oder sehr langsames Nähen (Stich für Stich) möglich?
Man kann zwei Grundgeschwindigkeiten einstellen und das Pedal reagiert sehr gut. Ich hatte bisher immer das Gefühl, gut Kontrolle zu haben.
Bei welchen Nähfragen kommst Du an die Grenzen Deiner Nähmaschine? Was funktioniert überhaupt nicht?
Ich muss zugeben, dass ich mich dabei erwische, den Komfort einer neueren Maschine zu vermissen. Was mir aber wirklich fehlt, ist die verstellbare Nadelposition.

Wie ist Dein abschließendes Gesamturteil in Kurzform? Auf einer Skala von 1 bis 5 – wieviel Sterne würdest Du Deiner Nähmaschine geben und warum?
Das ist schwer zu sagen. Ich würde niemandem empfehlen, sich diese Maschine zu kaufen. Dafür hat die Entwicklung schon einige nette Features gebracht, die sie einfach noch nicht hat. Auch ist das Bruchproblem nach wie vor ungelöst. Allerdings kann man auf ihr sehr schön nähen und zu ihrer Zeit wird sie zu den vielseitigeren und besseren Maschinen gehört haben. Deswegen würde ich ihr drei Sterne geben.

Soweit mein Ausflug in diese alten Zeiten. Es hat total Spaß gemacht, für diesen Bericht, die Maschine genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Alltag kommt sie doch nicht so sehr zum Einsatz.

Bis bald wieder.

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Elna 6600 – Meine Nähmaschine

Hallo meine Lieben,

ich möchte Euch allen noch Frohe Weihnachten wünschen. Hoffentlich findet Ihr Zeit für Euch, Eure Lieben und auch ein wenig für das Nähen.

Von der schönen Idee, Nähmaschinenberichte zu sammeln, habt Ihr vielleicht schon gelesen. Heute möchte meine Erfahrungen mit meiner Elna 6600 der Sammlung bei Marja Katz hinzufügen.

Anschaffung und Folgekosten
Welches Modell hast Du, welchen Preis hatte Deine Nähmaschine und wann hast Du sie gekauft?
Meine Elna 6600 habe ich 2012 für 1000 Euro gekauft, das war 300 unter dem UVP, weil es bereits ein Nachfolgemodell (eXperience 660, baugleich, gibt es leider nicht mehr, verlinkt bei Elna) gab.

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Findest Du das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen?
Das Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich sehr gut, denn sie kann schon einiges.
Welche Eigenschaften waren für Dich ausschlaggebend für die Kaufentscheidung?
Ganz klar: der Kniehebel. Ich hatte ein Jahr zuvor das erste Mal auf einer Leihmaschine mit Kniehebel (das war eine Industriemaschine) genäht und fand das das Feature schlechthin. Deswegen gab es überhaupt eine neue Maschine. Außerdem war es mir wichtig, die Maschine vor Ort ausprobieren zu können. Für dieses Modell sprach letztendlich, dass sie eine der ‚kleinsten‘ mit Kniehebel war, ich bin kein Schnickschnackfan. Gegenüber den anderen in näherer Auswahl sprachen ihre guten Stichlängeneinstellmöglichkeiten (in 0.05mm Schritten bis zur 1mm Länge, dann in 0.1mm Schritten bis zur 5mm Länge). Das ist z.B. etwas, was ich ohne den direkten vor Ort-Test nicht herausgefunden hätte.
Wieviel Zubehör wird mitgeliefert und wie teuer ist ein eventuelles Nachrüsten von Zubehör, z.B. Nähfüsschen?
Es war dabei wahnsinnig viel dabei. Was ich ganz toll finde, ist die Klappe auf der rechten Seite: Allein da sind acht Füsschen untergebracht: das normale Zickzackfüsschen, Reißverschlussfüsschen, Satinstichfüsschen, Rollsaumfüsschen, Blindsaumfüsschen, Overlockfüsschen, Kordelfüsschen und Automatik-Knopflochfüsschen, immer griffbereit und gleichzeitig aufgeräumt.
Darüber hinaus war noch ein Quilthüpffüsschen (wie heißt das denn?) und ein Obertransportfüsschen, sowie ein 1/4-inch-Füsschen und ein 4-Stufen-Knopflochfüsschen dabei.
Ansonsten die normalen Sachen (Schraubendreher, ein paar Nadeln, Unterspulen, usw.)
Wieviel Zubehör gibt es insgesamt für Deine Nähmaschine, welches davon hast Du und welches davon nutzt Du am meisten? Welches möchtest Du unbedingt noch anschaffen?
Es gibt schon einiges. Da Elna zur Janome-Gruppe gehört und die Füsschen identisch sind, kann das ganze Janome-Sortiment an Füsschen genutzt werden. Ich habe mir noch ein Acryl-Geradstichfüsschen gekauft.

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Der war zwar recht teuer (etwas über 20 Euro), hat aber in die Parallel- und in die Querrichtung Linien eingezeichnet, was gut für Eckenabstände ist und lässt sich mit mitgelieferten Metallbügeln auch zum Schattennahtfüsschen oder 1/4-inch-Füsschen erweitern. Außerdem habe ich noch ein klassisches Reißverschlußfüsschen gekauft. Am häufigsten nutze ich das Geradstichfüsschen, das Satinstichfüsschen und das klassische Reißverschlussfüsschen, dieses auch für Paspeln. Seit ich Unterwäsche nähe, kommt auch das 1/4-inch-Füsschen zur Anwendung.
Die Geradstichplatte würde ich mir noch gerne dazukaufen.
War Deine Nähmaschine schon einmal kaputt? Kannst Du eine Aussage darüber machen, ob die Reparatur- oder Wartungskosten hoch sind (z.B. aufgrund aufwendiger Elektronik)?
Sie hat einmal mit der Fadenspannung gezickt. Das konnte ich durch eine beherzte Aktion des alles mal Aufmachens und Reinigens beheben. Zu Reparaturkosten kann ich deswegen nicht viel sagen.
Wo würdest Du Dein Modell einordnen (Holzklasse, Mittelklasse, Luxusklasse) und für wen würdest Du es empfehlen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profi)
Ich würde sagen, Luxusklasse. Es gibt das eine oder andere Feature, das sie nicht hat, das ich aber bisher auch nicht vermisst habe. Geeignet ist sie meiner Meinung für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Einem Profi würde ich sowieso nicht eine Haushaltsnähmaschine andrehen.

Praktikabilität
Wie groß und wie schwer ist Deine Nähmaschine?
Ich finde sie sowohl recht groß als auch recht schwer, aber es gibt auch richtige Oschis, also würde ich sagen: mittel.
Kommt Deine Nähmaschine für einen Auf- und Abbau bei flexiblen Arbeitsplätzen in Frage oder ist sie eher für feste Arbeitsplätze geeignet?
Sie ist super flexibel. Durch die Seitenklappe sind die Füsschen immer aufgeräumt. Außerdem ist oben auch noch eine Klappe, da kann man auch alles eingefädelt lassen für den Transport. Sie kam auch mit einer Transporttasche, in der sie mit Klettverschlüssen festsitzt.
Wie aufwendig ist Abbau/Verpackung/Transport für gemeinsame Nähkränzchen?
Siehe soeben, supereasy: Klappen zu und Stromkabel, Pedal, Kniehebel einpacken, Tasche zu, fertig.
Lässt sich die Nähmaschine gut reinigen oder kommst Du an einige Stellen gar nicht heran?
Das ist so mittelgut. Die Stichplatte ist an einer doofen Stelle angeschraubt, aber man kommt noch an alles ran.
Wie ist die Helligkeit der Beleuchtung?
Die finde ich sehr gut.
Wie laut ist die Maschine?
Es geht. Beim ganz schnellen Nähen natürlich lauter, sonst eigentlich recht leise und podcast-kompatibel.
Ist die Maschine intuitiv bedienbar?
Alle Grundfunktionen auf jeden Fall. Um sich Stichfolgen abzuspeichern oder das Gepiepse auszuschalten (geht!), musste ich in die Bedienungsanleitung schauen.
Ist die Bedienungsanleitung ausführlich genug?
Das sind 50 Seiten pro Sprache. Es wird sowohl beschrieben wofür die einzelnen Tasten an sich sind als auch die Folgen dieser für verschiedene Vorhaben aufgezeigt. Ebenfalls werden alle mitgelieferten Füsschen und die möglichen Knopflöcher mit Anwendungsempfehlung beschrieben. Von der Sprache her wirkt es manchen Stellen so google-translated, die englische Version aber auch.
Kann man die Nähmaschine auch ohne Pedal bedienen?
Ja, kann man. Ich nutze das bei den Knopflöchern: Geschwindigkeit auf Minimum setzen und machen lassen.

Näheigenschaften
Welche Nähmaschine(n) hattest Du bisher? Wie schätzt Du Deine Maschine im Vergleich dazu ein?
Ich habe schon auf verschiedenen Maschinen meiner Mama genäht. Im Studium kaufte ich mir eine Privileg, mit der ich eigentlich zufrieden war. Nur der Kniehebel hat mir gefehlt. Außerdem habe ich noch eine 60er Jahre Maschine, die ein Traum ist (Necchi 544 hier vorgestellt).
Diese hier ist im Vergleich dazu an Funktionen und Komfort weit überlegen. Außerdem hat sie einen Kniehebel.
Wie oft nähst Du? Was nähst Du hauptsächlich und findest Du Deine Nähmaschine dafür ungenügend, perfekt ausreichend oder etwas oversized?
Ich nähe Kleidung, im Schnitt einige Male pro Woche. Die Maschine ist dafür genau richtig. Sie hat zwar einige Features, die ich nicht benutze (Zierstiche, Alphabete), sie hat aber all diejenigen, die ich auf jeden Fall wollte.
Welches Feature fehlt Dir für Deine Näharbeiten und auf welches Vorhandene möchtest Du auf gar keinen Fall verzichten?
Ich wollte mal ein Kappnahtfüsschen dazukaufen, das gibt es leider nicht. Ansonsten hat sie alles, was ich brauche. Ich habe es schon erwähnt, aber auf den Kniehebel würde ich ungern wieder verzichten.
Hat Deine Nähmaschine Features, die Du für unsinnig hältst?
Ja: Einen Knubbel, den man einige Zentimeter neben dem Nähfüsschen befestigen kann, mit Stoff dazwischen. Dann wird im Kreis genäht. Seit der Einweisung habe ich das Ding nicht mehr angerührt.
Welche Knopflochfunktion(en) hat Deine Nähmaschine und bist Du damit zufrieden? Was könnte besser sein?
Sie bietet zehn Knopflochfunktionen, sowohl 1-Schritt-Knopflöcher als auch 4-Schritt-Knopflöcher.

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Beim unregelmäßigen Nähen sind der Vorwärts- und Rückwärtstransport etwas unterschiedlich. Daher kommt mein Trick mit den pedallos angefertigten Knopflöchern. Dann sind sie auch echt schön. Einfach auf Start drücken und warten bis das Knopfloch fertig ist. Der Transport ist dann so toll, dass ich die Zeit auch zum Tee holen nutze. Allerdings mache ich in mindestens die Hälfte der genähten Kleidungsstücke mit Knopflöchern diese per Hand oder als Paspelknopfloch. Das ist einfach noch schöner. (Der Vollständigkeit halber möchte ich hinzufügen, dass eine Feineinstellung des Transports möglich ist, ich mit meiner Lösung aber zufrieden bin.)

Potentielle Problemzonen
Wie näht Deine Nähmaschine enge Rundungen?
Ganz gut, mir ist da bisher kein Problem aufgefallen.
Ist das Stichbild sauber, auch bei sehr dickem Nähgut oder sehr schnellem Nähen?
Ja, ich bin zufrieden.
Ist der Stofftransport gerade und gleichmäßig, auch wenn Du den Stoff nicht aktiv führst?
Im Allgemeinen sehr gut. Bei sehr flutschigen Stoffen, Stichwort Unterwäsche-Mikrofaser, und einseitigem Transport muss man etwas mithelfen.
Ist ein sauberes Nähen an Stoffkanten möglich, ohne dass sich die Naht oder der Stoff zusammenzieht? (Nahtanfänge, versäubern)
Sie bietet eine Stichbreite von 7 mm und die Stichplatte hat ein entsprechend breites Loch. Wenn da die Nadel nicht superneu ist, kann der Stoff schon mal hineingedrückt werden. Meistens behelfe ich mir mit einem kleinen Streifen Seidenpapier zum Unterlegen. Die Geradstichplatte würde da auch helfen.
Werden elastische Stoffe problemlos genäht oder wellt der Stoff?
Man kann den Nähfußdruck einstellen und das hilft immens. Auch der Obertransportfuß ist in dieser Hinsicht super. Allerdings ist der letztere nicht mit anderen Füsschenansprüchen (z.B. Reißverschluss) kompatibel. Einmal war es passiert, dass sich der Stoff danach gewellt hat.
Wie ist die Kontrolle über Nähgeschwindigkeit? Ist sehr schnelles oder sehr langsames Nähen (Stich für Stich) möglich?
Es gibt eine stufenlose Einstellmöglichkeit, die zum Einen die Geschwindigkeit des pedallosen Nähens einstellt, zum Anderen die maximale Geschwindigkeit bei der Nutzung des Pedals. Man kann dann nicht über das Ziel hinausschießen, andererseits ist das Pedal recht gut ansprechbar und ich kann auch wunderbar auch langsam Stich für Stich nähen. Außerdem gibt es noch das Handrad.
Bei welchen Nähfragen kommst Du an die Grenzen Deiner Nähmaschine? Was funktioniert überhaupt nicht?
Bis jetzt hat sie alles schön genäht, von dünner Seide bis Jeans, feste Webstoffe bis zur dehnbarsten Mikrofaser.
Wie ist Dein abschließendes Gesamturteil in Kurzform? Auf einer Skala von 1 bis 5 – wieviel Sterne würdest Du Deiner Nähmaschine geben und warum?
Ich würde ihr eine 4 geben, da ich mit ihr zwar sehr zufrieden bin, aber manchmal zickt sie ein wenig (Fadenspannung und Knopflöcher, beides siehe oben).

Soviel zu meinem Maschinchen, ich werde die Tage noch meine alte beschreiben. (Inzwischen hier zu finden.)

Bis bald wieder.

edit 29. Dezember: Verlinkung hinzu, Grammatik auch.

Neue Töne – MMM #5

Hallo meine Lieben,

heute Abend wurde meinen Haus- und Hoffotografen im Treppenhaus aufgelauert und so gibt es doch noch einen kurzen Beitrag zum heutigen MeMadeMittwoch, den Monika mit einem winterfest gemachten Kleid mit schönem Blumenmuster anführt.

Bei mir war es heute unspektakulär. Ein grauer Wollflanellrock, der mittlerweile zwei Jahre alt ist, nach  Marfy 0757 (anderer Rock, gleicher Schnitt, siehe hier), war der erste seiner Art. Dieser Schnitt ist nun mein Standardschnitt für gerade Röcke geworden.

Dazu gibt es ein relativ neues Renfrew-Shirt von Sewaholic. Ich bin ja so gar nicht die Zielgruppe und musste den Schnitt ent-birnen, aber Tasias Designs finde ich einfach sehr ansprechend. Die Linien und Verarbeitungen sind da einfach durchdacht. Den schon ein paar mal genähten V-Ausschnitt finde ich ganz toll. Diesmal also die Variante mit dem Kragen, der in dem bunten Stoff etwas verschwindet.

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Für meine Verhältnisse ist das Shirt etwas bunt, aber inspieriert von Kuestensockes roten Oberteilen (bei ihr hier, hier, hier, …), habe ich mich an diesen rotlastigen Stoff herangetraut.

Bis bald wieder.

Vivienne Westwood Finale – Ab jetzt allein

Hallo meine Lieben,

bei buntekleider treffen sich die Finalistinnen des Vivienne Westwood Sew-Alongs. Jeans, Röcke, Kleider, Unterwäsche, ganze Sets und Outfits sind im Rahmen dieses Sew-Alongs entstanden. Ein ganzes Kopfkino-Outift hatte ich mir auch überlegt. Allerdings ist nur ein Rock nun fertig. Die Zwischentermine fanden ohne mich statt. Da kam mir doch das Eine oder Andere dazwischen.

Bei dem Rock war ich auf Schnittsuche (hier zu sehen), letztendlich ist es doch keiner davon geworden, da Burda just in dem neuen Heft einen Rockschnitt hatte, der genau meinem Beuteschema entsprach. Deswegen ist es nun Burda 11/2015, 126 (hier bei Burda) geworden.

Im Unterschied zum Schnitt sind die Volants spiegelverkehrt auf der rechten statt auf der linken Seite, da die beiden Vorderteile spiegelverkehrt zugeschnitten sind; die Stoffseiten sind nicht ganz identisch. Daran kann ich mich zwar beim besten Willen nicht erinnern, die Indizien sprechen gegen mich. Was auch noch anders ist als im Schnitt, und zwar mit voller Absicht, ist die Doppelung der Volants. Der Schnitt sieht nur eine einfach Lage vor, die Kanten einfach versäubert. Ich wollte aber unbedingt den Zwei-Stoff-Seiten-Effekt, so dass ich die zwei Volantsteile jeweils mit einem dünnen Seidenstoff verstürzt habe. Etwas Dickeres als einen hauchdünnen Seidenstoff kann ich da auch keinesfalls empfehlen, das durch die Faltenlegung bis zu sechs Stofflagen der Volants übereinanderliegen. Das ist dann mit der Doppelung und den vorderen Rockteilen dann schon eine Menge.

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Das Bild ist in Enge und unter schlechten Lichtverhältnissen entstanden, da ich den Bund von innen noch soeben von Hand festgenäht habe. Ich benötige unbedingt noch einen Winterbilderort. Dafür habe ich während des Nähens an Euch gedacht und sowohl den Reißverschluss als auch die Schlitzverarbeitung im Detail fotografiert.

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Der Reißverschluss ist von Hand eingenäht, auf dem linken Bild ist es innen gut zu erkennen.

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Der Schlitz ist abgesteppt. Gefüttert ist der Rock ebenfalls mit dem Seidenstoff.

Ohne den Sew-Along hätte ich einen solch auffälligen Rock wohl nie gemacht. Da geht mein Dank an buntekleider und dasbürofürschönedinge für die Organisation. Auch wenn ich viel weniger mitgemacht habe als ich vorhatte, ermöglichte der Sew-Along eine neue Sicht auf alte Vorhaben. Das Jäckchen zum jetzt dazugehörigen Rock muss ich nun alleine meistern, das sollte nun kein Problem mehr sein. Und der andere Rock benötigt auch nur noch einen Bund. Müsste doch auch machbar sein.

Bis bald wieder.

WJSA15 – Letzter Zwischenstand

Hallo meine Lieben,

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die letzten werden die ersten sein. Für mein Zwischenstandposting stimmt das auf jeden Fall. Die Zwischenstände wären auch nur vom wohlwollendsten Zuschauer als Fortschritt wahrgenommen worden.

Mir ist so ein bisschen Leben dazwischengekommen. Und auch zwei wunderbare Nähnerdevents (die AnNÄHerung Süd und das Nähbloggerinnentreffen in Köln), die ich mir beide nicht entgehen lassen könnte. Die AnNÄHerung hätte theoretisch viel Nähzeit für den Mantel bedeutet, praktisch jedoch nicht, weil die Vorarbeiten noch lange nicht fertig waren.

Tatsächlich war ich nicht komplett untätig. Bei dem Vorderteil habe ich mit der FBA etwas gekämpft, was in mehreren Runden Probemäntel produzierte. Jetzt passt er. Außerdem ist jetzt alles da: Schulterpolster, Wärmeeinlage, Knöpfe, Garn, Futter. Die Futterteile ind auch schon zugeschnitten. Die Mantelteile und das Innenleben müssten diese Woche funktionieren. Ob ich bis zum Finale fertig sein werde, muss sich noch zeigen.

Die anderen, weitaus fortgeschritteneren Mäntelprojekte wie auch ein Futtertutorial sind hier zu finden.

Bis bald wieder.

Wie die Jeans fast in die Hose – MMM #4

Hallo meine Lieben,

mein heutiges Geständnis: Auch ich besitze Jeans, eine selbst genähte sogar. Eigentlich ist sie nur die Probehose. Und dabei ist es bisher geblieben. Im Alltag trage ich keine Jeans, weder zur Arbeit noch in der Freizeit. Im Urlaub brauche ich eine Jeans jedoch hin und wieder.

Die Bilder sind von gestern, und ja, ich habe sie extra nur für die Bilder angezogen:

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Das Nähen hat total Spaß gemacht: Ich konnte mich da so richtig verkünsteln, ohne das es überladen wirkt. Das Garn ist hellgrün und die Verzierung auf den Potaschen ist hellgrün mit türkis.

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Die Nieten zu platzieren muss ich noch etwas üben. Wenn da das Loch reingeschlagen ist, ist es da. Aber wer sieht bei der kleinen Tasche so genau hin.

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Vielleicht sollte ich doch mal auch die eigentliche Jeans nähen. Nur: Wofür brauche ich denn zwei?

Der Schnitt ist eine Dressy Jean von hotpatterns. Ich habe den Schnitt vor drei, vier Jahren gekauft und es war ein Desaster. Das nannte sich digitaler Schnitt, war aber lediglich über eine längst von mir verdrängte DRM-verseuchte Plattform nutzbar. Nutzbar meint dabei, dass nur direkt ausgedruckt werden konnte. Kein Abspeichern der Datei oder so. Und dann hat diese Software auf jedes Blatt auch noch einen halben Roman als Rechtsbelehrung quer über Schnitt und Anleitung gelegt. Selten habe ich einen Kauf so bereut.

Nun gut, mit etwas technischer Rafinesse hatte ich dann den Schnitt. Bis auf die Schrittnaht fand ich den sogar ganz gut. (Diese war etwas eckig, das aber ich nachgerundet.) Zur Anleitung kann ich nicht viel sagen, weil die ein einziger Lückentext war, siehe oben.

Seitdem habe ich Shopseite nicht mehr besucht; bis heute. Als ich den Link herauszusuchte, stellte ich fest, dass die digitalen Schnitte anders angeboten werden. Auch gibt es diesen Hosenschnitt nicht digital. Das spricht dafür, dass sie nicht mehr mit dieser Plattform zusammen arbeiten. Habe ich jetzt aber nicht getestet.

Nun aber schnell zu Sybille zum MMM, die die Quintessenz einer Jeans kombiniert und genäht hat.

Bis bald wieder.

Fremdbestücktes Nähzimmer

Hallo meine Lieben,

für einen echten Nähnerd gibt es höchstens eine Sache, die schöner ist, als ein neues Projekt zu planen, einen neuen Stoff zu kaufen oder eine neues Kleidungsstück fertig zu stellen: Nähgadgets finden und shoppen. Zumindest geht es mir so.

Und manchmal gibt es die besten Gadgets nicht im Nähladen. Lucy von Nahtzugabe hat gesammelt, welche Haushaltsartikel sich perfekt zum Nähen zweckentfremden lassen. Das lässt sich ausweiten. Auf Spezialzubehör anderer Nerd-Communities.

Der Elektronikbedarf ist eine solche Quelle. Auf Eure Kommentare und Ideen bin ich sehr gespannt.

Als erstes wäre da mal die Lupenlampe zu nennen. Ich hatte sie bei der Annäherung Süd dabei und sie stieß auf viel Interesse. Sie leuchtet sehr hell ohne zu blenden und mit Hilfe der Lupe sind Auftrennen (ungern) oder Handnähte (etwas lieber) auch bei dunkleren Stoffen nicht augenzerstörend.

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Meine ist von pollin.de und hat  um 30 Euro gekostet (hier, hier oder in klein hier). Ursprünglicher Einsatzzweck ist das Sehen des Kleingewusels, das Elektronikbastler stecken oder löten.

Als nächstes benutze ich auch Elektroisolierband (zum Isolieren elektronischer Kabel oder Anschlüsse). Das Material ist anschmiegsam, klebt und lässt sich ohne Rückstände wieder einfach auch lösen. Verwendet wird es bei mir vornehmlich zum Festhalten von Belegen an Stoff zum Anzeichnen oder auch
eines kleinen Nadelkissens an die Nähmaschine.

Weiterhin verwende ich einen Elektrosortierkasten für das mobile Nähzubehör.

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Da haben die wichtigsten Dinge Platz und kommen nicht durcheinander. Kabelbinder sind beim Transport, insbesondere obiger Lampe, auch immer gut.

Die letzten Sachen sind auch im normalen Baumarkt zu finden. Dort gibt es auch viele Baumaterial-Zweckentfremdungs-Möglichkeiten. Bei der AnNÄHerung habe ich etwa sehr viele Folienquellen kennengelernt.

Bis bald wieder.

AnNÄHerung Süd – mein Rückblick

Hallo meine Lieben,

an diesem Wochenende hatte ich die Gelegenheit, an der AnNÄHerung Süd in Würzburg teilzunehmen, die von Alexandra von mamamachtsachen organisiert worden ist. Trotz der Krankheitswelle haben sich einige Nähnerds zum gemeinsamen Nähen, Plaudern und gegenseitigem Unterstützen getroffen.

Die Jugendherberge in Würzburg, in der wir nähten, ist echt groß, schön und die Leute dort sehr nett (Sie sind doch von der Nähgruppe, wissen Sie, wo ich einen Schnitt für eine Kinderhose …), der Tagungsraum mit großen Fensterfronten bestückt, schöne Aussicht (bis auf den Kran) inklusive.

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Nur die Parkplatzsituation war etwas schwierig, da die JuHe keine eigenen Parkplätze besitzt. So spielten einige der Autos zusammen Bus, während andere regelmäßig umgeparkt wurden.

Mein Nähprojekt war ein Kleid (133) aus der November 2013 Burda, der Stoff ein auberginefarbener Wollromanit, die Herausforderung die Kreuzabnäher.
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Ich bin nicht ganz fertiggeworden: das Futterkleid, der Reißverschluss und der Saum fehlen noch. Die schwierige Stelle der Taillennaht hat den Kampf am Samstag Abend verloren. Das Kleid hatte sich aber auch wirklich gewehrt. Die Abnäherlösung ist zwar toll, aber für Jersey, der immer mehr Stoffdicke aufweist, nicht geeignet. Von jeder der Nähte, jedem Abnäher hat man eine Nahtzugabe in genau dem Punkt, ich musste da durch etwa 7 mm Stoff hindurch. Mal einen Webstoffkleidchnitt entsprechend abzuändern, könnte ich mir aber doch noch vorstellen.

Die Atmosphäre bei der AnNÄHerung war ganz toll, sehr konzentriert, inspirierend und plauderhaft zugleich. Und natürlich ganz besonders schön ist es, nun eine Person und eine Persönlichkeit den Blogs zuordnen zu können. Ich lese diese dann jeweils noch einmal anders, wenn ich die Person vor Augen habe.

Einen Stoff- und Schnitttisch gab es auch, nur hat einer nicht ganz ausgereicht. Meine Mitbringsel sind drei Stoffe und drei Schnitte.

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Oben links ein Wollstoff für einen schmalen Rock wie hier, oben rechts ein Velvetine für wohl auch einen Rock. Der untere ist ein Paneel-Stoff in einem traumhaften grau-violett, bei dem die Ellipsen nach unten immer größer werden und der oben eingesmokte Dreiecke hat. Das ist dann natürlich ein Rock-Stoff.

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An Schnitten habe ich gerade Hose, eine interessante Raglan-Jacke und ein total schönes Wickelkleid mitgebracht. Die ersten beiden eher zufällig entdeckt, der letzte wurde mir explizit noch in die Hand gedrückt. Danke nochmal.

Alexandra hat auch ein paar Ballen Stoff von Fashion for Designers dabei gehabt. Da habe ich ganz lemminghaft diese zwei für mich ausgesucht:

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So schön es ist, so schnell ist es auch schon zu Ende. Nach der Abschlusspräsentation Sonntag Mittag mit zum Teil fertigen Mänteln oder Massenproduktionen ging es dann auch schon nach Hause. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Bis bald wieder.

Schnitt- und Stoffvorstellung – Winterjacken Sew-Along

Hallo meine Lieben,

das kann jetzt ein ganz kurzer Beitrag werden. Schnitt ausgesucht, gekauft und bereit. Stoff ausgesucht, gekauft und bereit. Ich habe mich für den mittellangen Mantel entschieden.

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Einerseits, weil mein bisheriger Mantel lang ist und ich etwas Abwechslung möchte. Andererseits haben mir die praktischen Wärmekommentare zu den kurzen Manteln zu denken gegeben. Und außerdem hatte ich mich in den Schnitt verliebt, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Kann auch nach hinten losgehen. Da hilft einfach mal machen.

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Gestern habe ich dann erst einmal den Schnitt angepasst, Standardänderungen wie Schultern gerader, Oberkörper verlängern und FBA. Über der letzteren habe ich etwas gerätselt, weil der Abnäher direkt in den Tascheneingriff verläuft und an der Stelle das untere Schnittteil ansetzt und die Mehrweite musste sinnvoll aufgeteilt werden. Zur Sicherheit mache ich noch ein Probemodell.

Der Stoff ist ein farblich melierter Wolltwill. (Einfach draufklicken, ich habe wegen der Struktur das Bild in großer Auflösung eingefügt.)

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Die Farbe ist grau mit hellbraun-beigen Anteilen, ziemlich genau das was ich wollte. Futterstoff ist auf dem Weg zu mir und Knöpfe habe ich noch keine. Was ich auch noch nicht weiß, ist, wie und ob ich die Nähte wie bei den Schnittbildern akzentuieren möchte.

Offen ist auch noch, ob eine Zwischenlage für die Wärme eingebaut wird. Über die verschiedenen Möglichkeiten führt Karin die Diskussion an. Das muss ich mir auch noch genau durchlesen und durchdenken. Mir schwebte so eine ganz dünne Lage Flanell (etwas dünner als die normalen Baumwollflanelle) aus Wolle vor. So einen hatte ich mal als Kind in einem Mantel. Das war superdünn, superleicht und wunderbar warm. Allerdings habe ich das Material seit Jahren nicht mehr gesehen.

Falls Ihr Ideen zu Knöpfen, Einlage oder Nahtakzenten habt, habe ich ein ganz offenes Ohr. Alle anderen finden sich mit bezaubernden Projekten hier, über Schulterpolster kann man auch einiges erfahren.

Bis bald wieder.

Finale – Bra Sew-Along

Hallo meine Lieben,

dem heutigen Finale möchte ich den Untertitel mit gemischten Gefühlen geben. Mit Isabell von sewy habe ich angefangen. Den Schnitt hatte ich schon vernäht und in mehreren Runden angepasst. Mit dem Ergebnis bin ich überglücklich, so darf der Schnitt vorerst bleiben, hier nochmal:

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Aber ich wollte mehr, ich wollte etwas Neues, ich wollte Abwechslung. Die habe ich, auch wenn anders als erwartet. Ich flog zu hoch. Der Shelley, den ich als zweiten in Angriff nahm, passt nicht.

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Ich habe ihn genau nach Anleitung genäht und vor allem ausgemessen. Neue Schnittfirma, neues Material, da kam noch keine Erfahrung ins Spiel. Ich war auch nicht am oberen Ende der Größe, trotzdem ist er zu klein. Leider. Das Band ist richtig zu kurz. (Machst du bitte zu? – Du sagst Bescheid bevor du stirbst.) Das Körbchen ist etwas zu klein, das kann aber auch daran liegen, dass durch das kurze Band das Körbchen seitlich gezogen und damit flacher wird. Er liegt also in die Ecke gepfeffert. Die Idee ist, ein Verlängerungsstück für das Band zu machen und dann nochmal zu evaluieren, aber ich brauche da erst einmal eine Pause.

Auf jeden Fall war es interessant mit dem festen Duoplex-Material zu arbeiten. Das Nähen war sowohl leichter (nichts flutscht unbeabsichtigt weg) als auch schwerer (es lässt sich an engen Stellen nicht in Form ziehen). Von dem Duoplex wie auch dem Powernet ist noch genug für einen zweiten Versuch da. Die Gummibänder muss ich neu kaufen. Das kann ich dann zusammen mit dem Material für das Verlängerungsstück machen.

Und weil das so frustrierend war, habe ich noch etwas weiteres ausprobiert. Wieder wollte ich Neues und Abwechslung. Aber diesmal flog ich nicht ganz so hoch, konstant blieb die Quelle. Ich habe mich an einem neuen sewy-Schnitt probiert, Rebecca. Allerdings habe ich das Schnittmuster gleich etwas geändert, und zwar ganz nach dem Motto Gleicher Hersteller – gleiche Passform genau die Änderungen ausgeführt wie bei Isabell.

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Zum ersten Mal habe ich Spitze für die ganzen Körbchen verwendet. Oben ist nur Spitze, aber unten und an der Seite ist die Spitze mit dem dunkleren der Oberstoffe gedoppelt. Zusätzlich sind diese Teile mit Powernet gefüttert. Es ist dünner als es sich anhört. Auch den Rahmen habe ich mit der Doppellage Oberstoff und Spitze verarbeitet. Mit dem Ergebnis bin ich hochzufrieden. Ich finde ihn sehr schön, sowohl an sich wie auch an mir. Als Material habe ich ein Komplettpaket genommen und da ist noch genug Stoff für weitere Ideen. Ein Thema, dem ich mich hier noch nicht gewidmet habe, ist Zubehör. Was ist für mich ein Set, welche Stücke möchte ich da zusammenstellen? Einige der Sew-Along Teilnehmerinnen haben da ganz tolle Sachen zu Wege gebracht. Was das angeht, so bin ich noch am Anfang.

Ganz besonders möchte ich mich bei Julia für die Organisation bedanken. Ohne sie und den Sew-Along hätte ich mich wohl nicht so gepusht. Jedes Mal etwas Neues auszuprobieren war mein Wunsch, seien es die Farbkombinationen, die Verarbeitungsschritte, die Schnittmuster. Es hat sich gelohnt. Ich merke, wie ich anfange, mich zu emanzipieren. Meine Erfahrung ist jetzt so weit gediehen, dass ich selbst entscheide, was ich machen will, und wie. Ich kann eigene Ideen einbringen, mich von den Vorgaben lösen. Das ist schon ein massiver Fortschritt zu dem Was sind das denn für Stoffe? Und wieso so viele? Und diese Gummibänder?-Verwundertsein. Auf den weiteren Weg, denn den wird es geben, bin ich gespannt. Ihr dürft es natürlich auch sein. Ich werde berichten.

Die Werke aller anderen Mitstreiterinnen können ebenfalls bei Julia gefunden werden. Sehr empfehlenswert.

Bis bald wieder.