Der Plan zu projektbrotundbutter

Hallo mein Lieben,

die liebe siebenhundertsachen ruft seit Tagen zum zweiten Treffen, dem Plan: Ich habe es tatsächlich geschafft, meinen Plan zu konkretisieren, also vor allem passende Stoffe zusammen zu stellen.

Als erstes ein Schlafanzug nach dem Schnitt Carolyn Pajamas von closetcasefiles. Die Hose wurde schon auf dem Leipziger Nähtreff begonnen, das Oberteil ist zugeschnitten. Der Stoff passt nicht ganz zum Farbschema, aber es ist auch ein Schlafanzug. Sollte ich den mit einem Rock anziehen wollen, so sind Farben wohl das geringste Problem. Und wer hätte diese kleinen Roboter liegen lassen können:

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Als zweites eine sweatshop-gemäße Wickelkleid-Massenfertigung. Der Schnitt ist der gleiche wie beim Kleinen-Schwarzen-Sew-Along (und wie auch schon angekündigt). Die Stoffe sind alle schöne Viskosejerseys:

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Dann folgen zwei Röcke. Auch hier: bewährter Schnitt, nämlich der kostenlose Downloadschnitt Marfy 0757, einmal in einem hellen Wollkaro, der zweite in Blau. Der muss tatsächlich noch gekauft werden. Unglaublich, aber einen blauen Wollstoff habe ich in der Sammlung nicht.

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Weiterhin soll es zwei Nina Cardigans geben. Den Schnitt habe ich mir gleich nach dem ersten Treffen hier bestellt, er ist mittlerweile auch da. Auf der Annäherung durfte ich mir schon mal ein Bild von ihm machen (danke an mema und dreikah). Auch der eine Stoff kommt daher: ein dunkelblauer Jersey vom Tauschtisch. Der andere eher dünner.

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20160206-1Soweit die Pflicht, jetzt die Kür:

Es sollte noch ein Webstoffshirt geben. Mit dem Marfy-Katalog kamen auch zwei Schnitte hierher. Dieser hier sollte sich mit dem Vögelchenstoff von fashion-for-designers gut machen. Der Stoff passt nämlich ausgesprochen gut in mein Farbschema.

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Der Morgenmantel soll der Asaka Kimono von named sein, der Stoff befindet sich gerade in der Wäsche.

So, jetzt wird die Luft dünner:

Ich wollte auch noch ein Kostüm nähen. Da ist die Idee, den blauen Rock von oben zu ergänzen, vielleicht durch diesen Schnitt (der andere neue Marfy-Schnitt):

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Weitere Unterwäsche wäre auch super, da habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

Gegenüber den Ideen fehlt ein weiterer Blazer, noch eine Bluse, Shirts, am besten noch ein Rock. (Nur damit ich das mal festhalte, für den April-Plan zum Beispiel.)

Wie weit das alles klappt, muss ich noch sehen. Da ich de facto nicht zu Hause bin im März, wie sich gerade abzeichnet, könnte es sehr eng werden. Die drei Tage sewingbythesea sind zwar hilfreich, reißen es aber nicht komplett heraus, fürchte ich.

Was die anderen Teilnehmerinnen planen, kann hier bei siebenhundertsachen besichtigt werden. Da werde ich mich jetzt auch mal umsehen.

Bis bald wieder.

 

 

 

Ideen zu projektbrotundbutter

Hallo meine Lieben,

neues Jahr, neues Projekt; nicht ganz. Die unerschütterliche siebenhundertsachen hat sich bereits letztes Jahr vorgewagt, ausprobiert, für gut befunden. Ab jetzt gibt es das #projektbrotundbutter im sew-along.

brotundbutter

Worum es geht? Die Alltagskleidung, nach der auch im schummerigen Licht, der spät aufgehenden Sonne geschuldet, automatisch gegriffen werden kann, die zu fast jeder Jahreszeit funktioniert, die soll ein größeren Anteil im Kleiderschrank einnehmen.

Ehrlich betrachtet: da bräuchte ich so einiges. Einen konkreten Plan habe ich noch nicht, mehr ein Leitbild, farbtechnisch eine Orientierung. Beides soll nicht ganz sklavisch einschränken, vielmehr eine Idee bleiben, von der mal mehr, mal weniger abgewichen wird.

farben

In der letzten Zeit habe ich festgestellt, dass mir als neutrale Farben die beige, grau, steingrau, taupe in hell – Familie gefällt, zusammen mit dunkelblau als dunklem Akzent und mint und mauve als Farbtupfern, könnte sich das gut zusammenfügen. Nonchalant verschlafen, in etwas aufgefrischt. Um diese Farben soll sich das Thema entwickeln, aber wie gesagt, Ausflüge sind erlaubt.

Nach dem Wie das Was: so Einiges. Ich trage gerne gerade Röcke mit Bluse/Shirt/Pullover und Strickjacke/Blazer; alternativ auch mal ein Kleid, gleiche Silhouette. Das darf auch so bleiben. Konkret bedeutet das, ich bräuchte:

  • 1-2 Röcke,
  • 1-2 Wickelkleider,
  • 1-2 Shirts,
  • Schlafanzug, Unterwäsche, Morgenmantel,
  • 1-2 Blazer, gerne als Kostüm,
  • 1-2 Blusen,
  • 1-2 Strickjacken.

Das sind so die Sachen, die mir schon seit einiger Zeit im Kopf herumspuken. Es muss nicht alles in drei Monaten fertig sein. Auch das: mehr eine Idee, um die sich die einzelnen Stücke entwickeln sollen, 1-2 können auch mal 2-3 sein.

Deswegen habe ich auch zu den Schnitten vor allem Ideen. Der Morgenmantel zum Beispiel schwirrt mir schon seit fast einem Jahr im Kopf herum, es soll der Asaka Kimono von named werden. Sowohl Stoff als auch Schnitt sind mittlerweile gekauft. Die Röcke werden wohl Marfy 0757, wie schon hier und hier gezeigt. Den Schnitt gibt es übrigens als pdf kostenlos auf der Marfy-Seite (dazu noch ein Jäckchen und ein Top), man muss sich dort nur anmelden (und wird auch nicht zugespamt). Zu allen drei Schnitten gab es bei achallengingsew vor zwei Jahren einen sew-along.

Der bewährte Wickelkleidschnitt vom Kleines-Schwarzes-Sew-Along darf wohl auch wieder mitmachen. Ich habe auch einen Standard-Strickjackenschnitt, hätte da wohl aber gerne etwas Neues. Der Nina Cardigan von StyleArc würde mir als Abwechslung wohl gefallen. Er machte schon bei verschiedenen Blogs die Runde, zu sehen hier bei dreikah und siebenhundertsachen. Alles andere: wage Ideen, die sich noch entwickeln.

Ob die anderen Teilnehmerinnen schon konkrete Pläne haben, könnt ihr hier erfahren.

Bis bald wieder.

Jahresrückblick 2015

Hallo meine Lieben,

schwuppdiwupp und das Jahr ist zu Ende. Wie oft verschwanden die letzten Wochen in einem gefühlten Zeitraffer. Da ist auch nicht so unheimlich viel mit Nähen gewesen.

Endofyear

Dieses Jahr war definitiv ein Nähnerdflauschjahr! Schon lange hatte ich überlegt zu bloggen (manches braucht etwas länger), im Frühjahr fing ich an. Nicht, ohne vorher einige der tollen Nähbloggerinnen live erlebt zu haben, nämlich beim Nähbloggerinnentreffen in Leipzig. Der ‚Ja, doch, Du musst, mach mal, würde mich freuen wenn Du auch‘ – Zuspruch führte mich auf Namenssuche und dann ging es los. Danke Euch dafür!

Ich machte bei dem einen oder anderen Sew-Along mit, fuhr zur AnnäherungSüd, war bei dem Nähbloggerinnentreffen in Köln dabei und das Leipziger Nähtreffen war auch sehr schön. Und überall, online wie offline, begegnete ich Frauen, die sehr freundlich und hilfsbereit waren, und mit denen mich auf Anhieb etwas verband. Unabhängig vom Nähanspruch, Stil, Lebenssituation usw. (Dazu hat siebenhundertsachen einen ganz tollen Post geschrieben.)

Was nicht ganz so funktioniert hat, wie ich es mir gewüncht hätte, war meine MeMadeMittwoch-Teilnahme. Die Blogpost – Bilder – Zeitpunkt – Koordination hat nicht so ganz geklappt. Insgesamt mus ich mir noch eine bessere Bilderstrategie einfallen lassen. Das soll im neuen Jahr besser werden. Habt Ihr Tipps?

Nähtechnisch entwickelte sich das Jahr zu einem sehr klaren Jerseyjahr. Das war zu Beginn sichtbar aber nicht absehbar. Es fing mit einem Probewickelkleid an. Der Schnitt und das Kleid gefielen, ersterer wurde noch etwas verbessert und hatte dann beim Kleines Schwarzes – Sew Along seinen großen Auftritt. Das Kleid wird auch sehr gerne getragen und soll auch noch ein, zwei Freunde bekommen. Außerdem gab es den einen oder anderen Jerseyrock. Insbesondere als dann der Schnitt Brume (von deer and doe) herauskam, war es um mich geschehen. Da sollen auch nochmal ein oder zwei im neuen Jahr dazukommen. Weitere Jerseykleider waren auch noch dabei (das Natalie dress und das Annäherungskleid, letzteres leider auch noch nicht als fertiges Kleid gebloggt).

Ganz unverhofft hat mich die Dessousnähsucht (als DNS bekannt) erwischt. Das war nochmal eine Steigerung in der Kategorie flutschiger Jerseys, aber eine sehr interessante Reise, die noch lange nicht beendet ist.

Mit Webstoffen nähe ich wesentlich genauer als bei Jersey, dafür verzeiht letzterer leichter Schiefe und Passformschwierigkeiten. Den Reiz davon habe ich dieses Jahr zu schätzen gelernt. Das möchte ich nicht hinter mir lassen, im neuen Jahr aber auch wieder vermehrt mit Webstoffen arbeiten. Alles wie dieses Jahr und noch viel mehr? Da bin ich selbst gespannt, wie ich die Balance halte.

Euch allen wünsche ich allen alles Gute für das neue Jahr, viel Kraft, Gesundheit und natürlich Nähzeit.

Bis bald wieder.

 

Zwei Seiten des Nähens

Hallo meine Lieben,

in den letzten Tagen ging eine Diskussion durch die Nähnerdblogwelt (siehe unter anderm bei Frau Crafteln, Julia von sewinggalaxy, nochmals Frau CraftelnMichou, …). Nähe ich, was ich gut gebrauchen kann oder worauf ich gerade Lust habe, von Mamamachtsachen auch als Kopf- und Herznähen bezeichnet. Dabei kamen viele interessante Fragen auf. Wie finde ich meinen Stil? Wie beständig ist er? Wie gehe ich mit Kleiderordnungen um? Wieso nähe ich den gleichen Schnitt wiederholt? Welche Kleidung passt in meine Welt? Wie gestalte ich mir diese Welt?

Und weitere Fragen drängen sich mir in den Sinn? Was ist denn Nähen? Was ist für mich Nähen? Und damit: Was ist das Ziel meines Nähens, wenn es denn ein solches gibt?

Für mich bietet Nähen als eine kreativ handwerkliche Tätigkeit einen wunderbaren Ausgleich zu meinem kreativ intellektuellem Beruf. Zu diesem Zweck würden sich auch andere Dinge eignen. Nähen besitzt an dieser Stelle für mich kein Alleinstellungsmerkmal.

Andererseits habe ich in meiner Schulzeit sehr gezielt zu Nähen begonnen. Ich wollte Kleidung haben, die anders war, die mir entsprach, und mit der ich mich dem Marken- und Stildiktat auf elegante Weise entziehen konnte. Von Anfang hatte ich damit ein Ziel; zu Nähen war ein Mittel zum Zweck. Erst auf dem Weg kam die Lust an der Schönheit dazu, der Schönheit perfekt gesteppter Nähte, streichelzarter Stoffe oder eines traumhaften Sitzes der Kleidung. Das Nähen entwickelte einen Zweck an sich. Ich wollte mit jedem Projekt dazulernen und mich dieser Schönheit annähern.

Das sind für mich zwei sehr unterschiedliche Dinge. Zum Einen die Beschaffung von Kleidung, die meinem Stil und meinen Wünschen entspricht. Zum Anderen die Tätigkeit an sich. Nebenbedingungen, wie zum Beispiel Finanzen mal außen vor gelassen, könnte ich meine Kleidung auch herstellen lassen. Wenn es nur darum ginge, genau die Kleidung zu haben, die ich jetzt nähe, könnte ich sie statt sie selbst zu nähen auch nähen lassen. Trotzdem würde mir etwas fehlen, der Prozess. Die Tätigkeit als Hobby wäre verschwunden.

Als ich mich diesem Hobby anfing, habe ich mich mit jedem Projekt gesteigert. Jedes Projekt bot eine neue Herauforderung. Die Details oder Verarbeitungsschritte, die neu hinzukamen, wurden mit der Zeit subtiler oder die Projekte aufwendiger. Ich denke, diese Idee der steten Herausforderung steckt auch hinter den ‚French Jacket‘ (aufwendige Verarbeitung), Bademoden (neues Material), Vintage (Authentizität) oder Unterwäsche (Spezialmaterialien)-Strömungen.

Diese Lust der steten Verbesserung seiner Fähigkeiten sehe ich in vielen Hobbies, sei es Briefmarken Sammeln, Golf Spielen oder Tauben Züchten. Indem man sich immer wieder neue Ziele setzt, vermeidet man die Langeweile. Indem man sich selbst die Ziele setzt, kann man Leistungsdruck entgehen. Das Nähen besitzt neben der Hobby-Eigenschaft noch den produktiven Nebeneffekt tragbarer Kleidung. Das Zusammenspiel dieser beiden Aspekte, des Prozesses wie auch des Resultats, ihre mit jedem Projekt neu justierte Beziehung, führt manchmal zu Phasen, manchmal zu Einzelstücken, manchmal zu ganz neuen Nähthemen. Das dritte graue Shirt ist vielleicht langweilig, das elfte Cocktailkleid vielleicht ungenutzt und Pariser Designermode bildet vielleicht nicht die ganze Persönlichkeit ab.

Bis bald wieder.