Vivienne Westwood Finale – Ab jetzt allein

Hallo meine Lieben,

bei buntekleider treffen sich die Finalistinnen des Vivienne Westwood Sew-Alongs. Jeans, Röcke, Kleider, Unterwäsche, ganze Sets und Outfits sind im Rahmen dieses Sew-Alongs entstanden. Ein ganzes Kopfkino-Outift hatte ich mir auch überlegt. Allerdings ist nur ein Rock nun fertig. Die Zwischentermine fanden ohne mich statt. Da kam mir doch das Eine oder Andere dazwischen.

Bei dem Rock war ich auf Schnittsuche (hier zu sehen), letztendlich ist es doch keiner davon geworden, da Burda just in dem neuen Heft einen Rockschnitt hatte, der genau meinem Beuteschema entsprach. Deswegen ist es nun Burda 11/2015, 126 (hier bei Burda) geworden.

Im Unterschied zum Schnitt sind die Volants spiegelverkehrt auf der rechten statt auf der linken Seite, da die beiden Vorderteile spiegelverkehrt zugeschnitten sind; die Stoffseiten sind nicht ganz identisch. Daran kann ich mich zwar beim besten Willen nicht erinnern, die Indizien sprechen gegen mich. Was auch noch anders ist als im Schnitt, und zwar mit voller Absicht, ist die Doppelung der Volants. Der Schnitt sieht nur eine einfach Lage vor, die Kanten einfach versäubert. Ich wollte aber unbedingt den Zwei-Stoff-Seiten-Effekt, so dass ich die zwei Volantsteile jeweils mit einem dünnen Seidenstoff verstürzt habe. Etwas Dickeres als einen hauchdünnen Seidenstoff kann ich da auch keinesfalls empfehlen, das durch die Faltenlegung bis zu sechs Stofflagen der Volants übereinanderliegen. Das ist dann mit der Doppelung und den vorderen Rockteilen dann schon eine Menge.

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Das Bild ist in Enge und unter schlechten Lichtverhältnissen entstanden, da ich den Bund von innen noch soeben von Hand festgenäht habe. Ich benötige unbedingt noch einen Winterbilderort. Dafür habe ich während des Nähens an Euch gedacht und sowohl den Reißverschluss als auch die Schlitzverarbeitung im Detail fotografiert.

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Der Reißverschluss ist von Hand eingenäht, auf dem linken Bild ist es innen gut zu erkennen.

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Der Schlitz ist abgesteppt. Gefüttert ist der Rock ebenfalls mit dem Seidenstoff.

Ohne den Sew-Along hätte ich einen solch auffälligen Rock wohl nie gemacht. Da geht mein Dank an buntekleider und dasbürofürschönedinge für die Organisation. Auch wenn ich viel weniger mitgemacht habe als ich vorhatte, ermöglichte der Sew-Along eine neue Sicht auf alte Vorhaben. Das Jäckchen zum jetzt dazugehörigen Rock muss ich nun alleine meistern, das sollte nun kein Problem mehr sein. Und der andere Rock benötigt auch nur noch einen Bund. Müsste doch auch machbar sein.

Bis bald wieder.

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Probesommerteile – MMM #2

Hallo meine Lieben,

bei uns ist es wieder abgekühlt. War das der Sommer? Stürmisch, schwül, wechselhaft und schnell vorbei? Dagegen packen unzählige MMM Teilnehmerinnen ihren Sommerurlaubskoffer an, angeführt von Wiebke von Kreuzberger Nähte, um den MMM in die Sommerpause zu schicken. (Sommer, hörst DU zu?)

Ich packe meinen ersten Brume-Rock ein, der im Frühjahr entstanden ist.

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Er war als Proberock gedacht, aus einem Sweatstoff. Allerdings wirkt er vor allem in Kombination mit einer Bluse viel eleganter als vermuten ließ, so dass er super bequem ist und gleichzeit aber in die Stadt mit darf. Der zweite von der Sorte war dann dieser aus Romanit und es hat tatsächlich auch schon ein weiterer Sweatstoff den Weg in das Nähzimmer gefunden.

Die Bluse ist ebenfalls als ein Probemodell entstanden, und zwar schon vor zwei Jahren. Das ist die Bluse Mathilde, aus einem dünnen Baumwoll-war-gut-und-günstig-Stoff, hinten mit braunen Knöpfen. Dünner Stoff, luftig und weiß, das ist die Sommerbluse schlechthin.

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Die Bluse ist schon das dritte Kleidungsstück, das von den Knöpfen geschmückt wird. Das erste war eine grüne Bluse, die ich mir mal mit 15 genäht habe, das zweite ein Poloshirt und nun diese weiße Bluse. Die Knöpfe wurden jedesmal, wenn das Kleidungsstück abgetragen war, abgetrennt und in die Knopfsammlung gelegt, da sie selbst jedesmal noch gut waren.

In diesem Probemodell-Outift bin ich dann für den (hoffentlich nicht nur Probe-)Sommer gerüstet.

Bis bald wieder

Transparenzblocking im Brume

Hallo meine Lieben,

seit einiger Zeit erscheint mir die Spitze-Mode allgemeinen Transparenzelementen zu weichen. Es fing an, dass statt ungedoppelter Spitzenärmel transparente Ärmel zu sehen waren und mittlerweile werden die Gestaltungsmöglichkeiten kleinteiliger und gezielter eingesetzt. Im Gegensatz zu Spitzen kann man sich wirklich nur auf den blickdicht/transparent-Kontrast konzentrieren. Einige Inspirationen habe ich bei Pinterest gesammelt und just auch am Wochenende habe ich so etwas auch in meiner blogroll gefunden, bei Erica, ein traumhaftes weißes Kleid.

So etwas will ich auch. Naja, in einer bescheideneren und etwas weniger ambitionierten Variante vielleicht?. Was als eine sehr spontane Idee begann, führte dazu, dass ich meinen fast fertig genähten weißen Brume-Rock auseinanderschnitt, um Transparenz einzufügen.

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In das Schnittmuster hatte ich mich in dem Moment verliebt, als es veröffentlicht wurde. Dann kurz überlegt, ob ich tatsächlich noch einen weiteren Jersey-Rock-Schnitt benötige. Was soll ich sagen: Die Antwort habe ich immer noch nicht, dafür aber schon zwei Röcke.

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Der Schnitt ist durch die Passenlösung sehr ungewöhnlich. Im Prinzip hat man im oberen Bereich keine Seitennähte. Die Seitenabnahmen und hinteren Abnäher sind in der Rundung der Passe aufgefangen, die dann wie eine stilisierte Fledermaus aussieht.

Genäht habe ich den Rock aus einem weißen Baumwoll (mit etwas Elasthan) Romanit. Theoretisch ein ganz toller Stoff, praktisch, naja sagen wir mal: einmal gedehnt, für immer gedehnt.

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Die Designlinien sind betont, indem ich die die Nähte von oben mit einer Zwillingsnadel abgesteppt habe. Und dann kam also die Idee des transparenten Einsatzes. Unten wurden einige Centimeter Rock abgeschnitten. Ein Stückchen Seidenjersey wurde hervorgeholt und ein Streifen davon zwischen die zwei Rockteile eingenäht. Damit der viel dickere Romanit sich nicht vor den gewollt transparenten und viel dünneren Seidenjersey legt, musste ich ihn jeweils von oben feststeppen. Und habe ich erwähnt, wie störrisch gedehnt der Romanit verbleibt?

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Alles in allem: Es wellt sich unten etwas. Nicht so schlimm, wie es könnte, aber so hundertprozent ist es auch nicht. Verwendet habe ich einen Obertransportfuß und auch den Nähfußdruck verringert, das war es noch nicht ganz. Trotzdem mag ich den Rock. Weiß bedeutet irgendwie auch Sommer. Den könnte ich mal zur Abwechslung gut gebrauchen.

Bis bald wieder.

Leinenrock – MMM #1

Hallo meine Lieben,

heute zeige ich Euch meinen relativ neuen Leinenrock. (Genau der, der in Leipzig angekündigt worden ist.)

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Genäht ist er nach meinen Standardschnitt für gerade Röcke, dessen Grundlage Marfy 0757 ist. Ich habe ihn schon mehrfach genäht, er ist mein Schnitt für bürotaugliche Röcke. Ziemlich nach Marfy-Vorgabe habe ich ihn mit einem Reißverschluss hinten und zwei Schlitzen an den Seiten genäht.

Diesmal also aus Leinen. Der Stoff besteht nur aus schwarzen, weißen und knallig orangen Garnen, wirkt durch die Mischung lachsfarben und vor allem sehr lebendig.

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Dieses Stoff-Schätzchen entdeckte ich zufällig vor einiger Zeit in einer Reste-Kiste und konnte es da unmöglich liegen lassen. Die Herausforderung beim Nähen waren die nur 70 cm Länge. Damit war fast schon klar, dass es ein schmaler Rock werden würde. Ich konnte genau die Rockschnittteile auf dem Stoff platzieren. Das war’s. Was gar nicht ging, waren die Belege, die eigentlich gefragt waren. Aber wo nur ein Centimeter Platz ist, ist nur ein Centimeter Platz. Die Belege wurden dann kurzerhand substituiert.

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In meiner Bänderbox befand sich noch breites Ripsband. Dieses wurde in Form gebügelt und bildet den Belegersatz. Das Futter wurde dann einfach aus den ganzen Schnittteilen zugeschnitten und an dem Ripsband befestigt. Ich habe einen normalen Reißverschluss genommen und von hand mit knallig orangenem Garn angenäht. Da sieht man von außen gar nichts. Wie Leinen so ist, knittert der Rock sobald man ihn auch nur ansieht. Nichtsdestotrotz hat er sich schon bewährt: schick genug für den Berufsalltag und durch die Seitenschlitze vollkommen fahrradtauglich.

Auf dem MeMadeMittwoch-Blog ist die Modenschau eröffnet. Heute ist Katharina von sewing addicted Gastgeberin, die ein traumhaftes Sommerkleid vorstellt.

Bis bald wieder.